Themen: ,

Einblick in eine verborgene Welt


„Crittercam“ heißt die Eintrittskarte in die geheimnisvolle Unterwasserwelt der Wale. Mit dieser Kamera, die mittels Saugnäpfen am Körper der Meeresriesen befestigt wird, erfährt man, wie Wale ihre Beute anlocken und wie sie untereinander kommunizieren.

Foto: LWL

Der Meeresbiologe Ari Friedlaender von der amerikanischen Duke-Universität ist begeistert. Er konnte beobachten, wie ein Buckelwal-Baby seine Mutter imitierte und sich – ebenfalls wie diese – ein Tangstück auf die Schnauze legte, um mit diesem zu spielen.

Mit dem Kamerasystem „Crittercam“ filmen Tiere ihren eigenen Lebensraum. Entwickelt wurde die Kamera vom Meeresbiologen Greg Marshall. Noch als Biologiestudent kam Marshall 1986 auf die Idee, einen Hai mit einer Kamera auszustatten, nachdem er beobachtet hatte, wie sich Schiffshalter (Fische) an einem Hai festgesaugt hatten und anschließend mit ihrem „Transporter“ durchs Meer gezogen sind.

Seit 20 Jahren forscht Marshall nun schon für die National Geographic Society. 600 Tiere wurden in dieser Zeit mit „Crittercams“ ausgerüstet. Dazu gehören neben Meerestierarten auch Löwen, Hyänen und Grizzlybären.

Critter steht für creature (Lebewesen) und cam für Kamera. Sie wird mit Saugnäpfen oder Schnallen am Tier befestigt und löst sich nach einer vorgegebenen Zeit wieder vom Körper des „Filmers“. Mithilfe eines Peilsenders bergen die Forscher dann die Kamera und werten die Filme und die gesammelten Daten aus.

Die Kamera am Tierkörper zu befestigen, ist manchmal sehr schwierig. Im Beispiel des Buckelwals mussten sich die Forscher dem Tier in der Antarktis mit einem Schlauchboot nähern und mit einer acht Meter langen Stange die Saugnapf-Kamera am Körper des Wals befestigen. Nach etwa acht Stunden löste sich die Kamera wieder.

Die Aufnahmen zeigten unter anderem, wie Buckelwale jagen und dass Buckelwale das Eis, das sich über ihnen befindet, einfach wegblasen.

Bei National Geographic Deutschland erfährst du mehr über die „Crittercam“. Dort kannst du auch einen Film sehen, den die Unterwasserkamera gefilmt hat.

National Geographic ist Partner der Sonderausstellung „Wale – Riesen der Meere“ in Münster. Mehr dazu erfährst du unter Wale und Delfine hautnah erleben.

Morgen kannst du im Museum für Naturkunde die beiden Wal-Taucher Andrea und Wilfried Steffen live erleben. Sie berichten dort über ihre Erlebnisse mit Pottwalen in Dominika.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.