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Rundum-Betreuung für Marcos


Marcos, der kleine Streifendelfin (siehe Meeresakrobaten-Beitrag Kleiner Delfin in großer Not), wird im südspanischen Camp von PROMAR 24 Stunden am Tag betreut.

Marcos ist wohlauf (Foto: PROMAR)

Marcos ist wohlauf (Foto: PROMAR)

Die Mitarbeiter der Umweltschutzorganisation und Freiwillige sind in 2-Stunden-Schichten eingeteilt. Sie beobachten Marcos, spielen mit ihm und füttern ihn. Andere bauen das neue Meeresgehege zusammen.

Bluttests haben ergeben, dass Marcos wohlauf ist. In etwa zwei Wochen wird der Satellitensender da sein, mit dem Marcos ausgestattet werden soll. Mit seiner Hilfe kann das Tier geortet werden, falls es in eine brenzlige Lage gerät.

Im Meeresgehege hoffen die PROMAR-Leute Marcos das Jagen beibringen zu können. Dies ist eine Voraussetzung dafür, dass Marcos irgendwann einmal freigelassen werden kann. Bis jetzt liebt es der kleine Delfin, mit Sardinen gefüttert zu werden.

Mittlerweile werden Stimmen laut, ob eine Auswilderung des jungen Streifendelfins überhaupt möglich sein wird. Am optimalsten wäre es, wenn seine Mutter und seine Familie gefunden werden könnten. Doch Streifendelfine schwimmen nicht küstennah, sondern jagen weiter draußen im Meer. Es ist also sehr schwierig, Marcos in eine wilde Delfin-Gruppe zu integrieren. Mehr zu den Plänen von PROMAR findest du unter Kleiner Delfin in großer Not.

5 Kommentare

  1. Schon eigenartig:
    Man betreibt einen immensen Aufwand, um Marcos Leben zu gefährden. Ein Delfinkalb, das noch nicht einmal gelernt hat, selbst zu jagen, wird mit Satellitensender ausgestattet (kann zu Entzündungen etc. führen und bremst den Vortrieb ganz erheblich) und ins offene Meer entlassen – in der vagen Hoffnung, dass ich eine Amme findet, die das Kalb annimmt. Und wenn auch noch Ric O'Barry dabei mithilft … schließlich hat der schon reichlich Erfahrung mit gescheiterten Auswilderungen.

    Ob das wirklich eine wünschenswerte Alternative zu einem Leben in menschlicher Obhut für das Tier ist?

    Ich befürchte leider, dass die letzte Meldung die sein wird, dass sein Satellitensignal kurz nach der Auswilderung irgendwo im Mittelmeer abgebrochen ist …

    geschrieben von Norbert
  2. Ich glaube, dass sich PROMAR da etwas aufgeladen hat, was nicht zu stemmen ist. Der Streifendelfin wird wohl nie mehr ausgewildert werden können. Wohin auch? Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein von Menschen "verhätscheldes" Wesen von wildlebenden Tieren dann auch wieder aufgenommen wird. Und was soll das mit dem Sender? Der muss doch auch irgendwie am Delfin befestigt werden, und was soll der bringen?

    geschrieben von Rüdiger
    1. Die Sender fallen nach einer vorprogrammierten Zeit einfach ab. Man benutzt dazu eine Verbindung aus Mangnesium, deren Dicke eine genaue Berechnung zulässt, wann die durchkorrodiert ist. Dieses Verfahren nutzte schon Jaques Cousteau Anfang der 70-er Jahre.

      Allerdings bremst bereits ein einfacher Kabelbinder (!) an der Vorderflosse einen Delfin so stark, dass dieser kaum noch eine Chance hat, mit seiner Schule mitzuhalten. Bei einem Cw-Wert von 0,02 spielt schon die geringste Unebenheit eine Rolle!

      Unabhängig davon stimmen wir völlig überein, dass der Versuch der Auswilderung zum Scheitern verurteilt ist und nur unnötig das Leben des Delfins gefährdet.

      Irgendwie ein echt mieses Gefühl in meiner Magengegend!

      geschrieben von Norbert
      1. @ Norbert,
        man kann den PROMAR-Leuten aber auch keinen Vorwurf machen.
        Sie haben jetzt nun mal den Delfin. Was sollen sie machen?
        Auswildern geht nicht und Delfinarium …?
        Ich keinen keinen Streifendelfin in irgendeinem Delfinarium.
        Wegsehen konnte sie auch nicht.
        Und jetzt haben sie das Problem, was zeigt, dass Tierschutz, auch wenn man's zunächst nur gut meint, immer auch einen "Rattenschwanz" nach sich zieht.

        geschrieben von Rüdiger
        1. Es wird sicherlich nicht einfach, den Kleinen in einem vernünftigen Delfinarium unterzubringen, zumal die Streifendelfine wanderfreudige Hochseebewohner sind. Allerdigs hat sowohl Nürnberg als auch Duisburg, ebenso wie Haderwijk Erfahrung mit der Vergesellschaftung ihrer Großen Tümmler mit anderen Arten.

          Duisburg hatte z.B. lange Zeit noch Commerson-Delfine; Haderwijk hat neben den Großen Tümmlern auch Schweinswale.

          Die Unterbringung ist zwar sicherlich schwierig, aber wohl auch kein unüberwindliches Hindernis. Wenn das Ganze im März noch aktuell ist, kann ich mich ja mal auf der EAAM-Tagung umhören.

          geschrieben von Norbert

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