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Datenbank soll Wale schützen


Unvorstellbarer Lärm in unseren Meeren gefährdet das Leben von Walen und Delfinen. Schuld daran sind unter anderem Sonaranlagen auf Schiffen der Marine.

Gemeiner Delfin vor der Atlantikküste Englands: Klassifikations- algorithmen erkennen Meeressäuger anhand ihres Gesangs. (Foto/Copyright: WTD 71/FWG)

Gemeiner Delfin vor der Atlantikküste Englands: Klassifikations-
algorithmen erkennen Meeressäuger anhand ihres Gesangs.
(Foto/Copyright: WTD 71/FWG)

Unter Federführung der Europäischen Verteidigungsagentur endet nach drei Jahren das Forschungsprojekt „Protection of Marine Mammals“ (PoMM), das Meeressäuger künftig besser vor menschengemachtem Unterwasserschall schützen soll.

Ergebnis: Eine umfangreiche Datenbank, die teilweise an der Technischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) entwickelt wurde.

Gehör von Walen soll nicht mehr geschädigt werden

Das Computersystem soll Marinen helfen, Sonareinsätze zu planen, ohne das Gehör der empfindlichen Meerestiere zu schädigen. Über 200.000 Sichtungen und saisonale Karten enthält die Software, die Auskunft darüber gibt, wo sich Wale und Delfine aufhalten und wie viele es sein könnten.

Die am Aufbau der Datenbank beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Schweden und dem Vereinigten Königreich sammelten und speicherten, unter Leitung des Forschungsbereichs für Wasserschall und Geophysik der Bundeswehr, zudem charakteristische Eigenschaften von 126 Meeressäugerarten.

Geschnatter und Gesang

Die neue Datenbank enthält außerdem zahlreiche Aufnahmen von Wal- und Delfinlauten vom „Schnattern“ bis zum „Gesang“. „Mit den Lauten der Tiere haben wir automatische Klassifikationsalgorithmen entwickelt, die insbesondere gefährdete Walarten, wie zum Beispiel Schnabelwale, schnell erkennen“, sagte Professor Ulrich Heute vom Kieler Institut für Elektrotechnik und Informationstechnik.

Der Klassifizierer war das Dissertationsprojekt von Heutes Doktoranden Roman Kreimeyer, der das Verfahren zusammen mit schwedischen Kolleginnen und Kollegen entwickelte und testete. Damit könnte die Besatzung eines Schiffs auf die jeweilige Spezies reagieren, wenn diese im Untersuchungsgebiet auf See entdeckt würde. „Das kann vom langsamen Hochfahren oder Reduzieren der Lautstärke bis zum Abschalten des aktiven Sonars gehen“, beschreibt Kreimeyer die Einsatzmöglichkeiten.

Sammlung und Bewertung von Daten soll fortgeführt werden

Auf dem Abschlussworkshop an der Uni Kiel diskutierten die PoMM-Partnerinnen und Partner auch die weiteren Schritte bis zum praktischen Einsatz der Datenbank auf Schiffen. Man war sich einig: Insbesondere die sehr aufwendige Sammlung und Bewertung von Daten und Tierlauten sollte unbedingt fortgeführt werden, um Tiere dauerhaft zu schützen.
(Quelle: Uni Kiel)

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