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EU-Parlament schützt Meeresbewohner vor Unterwasserlärm


Naturschützer begrüßen den heutigen Entscheid des europäischen Parlaments, Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVPs) auch für die seismische Unterwasser-Erforschung von Öl- und Gasvorkommen vorzuschreiben. Dies ist ein wesentlicher Beitrag zur Reduzierung schädlichen Unterwasserlärms.

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Im Zuge der Reform der UVP-Gesetze (2012/0297 COD) hat das Europaparlament heute beschlossen, auch die „Erforschung und Exploration von Mineralien“ in die Liste der UVP-pflichtigen Aktivitäten aufzunehmen. „Öl-Konzerne betreiben mehr und mehr seismische Untersuchungen in Europas Meeren, was eine Gefahr für marine Lebewesen darstellt. Daher ist der heutige Entscheid äußerst positiv“, erklären Experten der internationalen Naturschutzorganisationen OceanCare, NDRC und IFAW in ihrer gestern erschienenen Pressemitteilung.

Seit Jahren kämpfen Naturschützer darum, den Unterwasserlärm in den Weltmeeren zu reduzieren. Wie wichtig dies ist, zeigen jüngste Ereignisse im Mittelmeer: Gerade erst haben Griechenland und Kroatien weiträumige seismische Untersuchungen ihrer Küstengebiete zugelassen. Allein in den letzten zwei Wochen wurden aber zwei neue wissenschaftliche Studien veröffentlicht, die die schädlichen Auswirkungen intensiven Unterwasserlärms auf Meeresbewohner wie Wale, Delfine und sogar Schalentiere belegen.

„Wir gratulieren dem EU-Parlament dazu, dass es trotz heftiger Lobby-Aktivitäten der Öl-Industrie, diesen mutigen Schritt getan hat“, sagt OceanCare-Präsidentin Sigrid Lüber.

„UVPs für seismische Unterwasser-Untersuchungen zwingend vorzuschreiben war ein höchst überfälliger und wichtiger Schritt, um die Meeresbewohner zu schützen. Wir rufen nun die Regierungen Europas auf, dem Beispiel des Parlaments zu folgen und diese Regelungen zu übernehmen“, sagt Michael Jasny, Direktor des Marine Mammal Protection Project des NDRC.

Patrik Ramage, Direktor des Walschutz Programms des IFAW erklärt: „Erst letzte Woche konnte ein unabhängiges Expertenpanel den Zusammenhang zwischen intensivem Unterwasserlärm und der massenhaften Strandung von Walen in Madagaskar 2008 darstellen. IFAW konnte bei den damaligen Rettungsaktionen das Leiden der Wale vor Ort beobachten. Heute hat das Parlament einen wesentlichen Schritt zum Schutz von Meeresbewohnern getan.“

Der Rat wird in den kommenden Wochen seine Position festlegen.
(Quelle: OceanCare)

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