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Frau wurde von Delfin verletzt


Mit Dusty will jeder schwimmen … Dusty ist ein Delfin-Weibchen, das im Westen Irlands lebt. Das Besondere an ihr ist, dass sie nicht in einer Gruppe, sondern ganz alleine an der Küste entlang schwimmt.

Fungi liebt Menschen. (Foto: Rüdiger Hengl)

Auch Fungi ist ein Einzelgänger. (Foto: Rüdiger Hengl)

Dusty ist einer der einzelgängerisch lebenden Großen Tümmler, die man an vielen Küsten antreffen kann. Sehr populär ist zum Beispiel Fungi, der seit 1983 in der Hafeneinfahrt von Dingle/County Kerry nicht nur die Iren, sondern auch Touristen fasziniert.

Amüsantes Schauspiel

Doch zurück zu Dusty. Dusty ist normalerweise als freundlicher Delfin bekannt. Doch eine Frau musste im vergangenen Jahr eine bittere Erfahrung mit dem Meeressäuger machen.

An einem schönen Sommerabend 2013 stieg Valerie Ryan beim Doolin Pier in County Clare zu Dusty ins Wasser. Außer ihr befand sich noch eine weitere Frau dort, die Dusty am Bauch kraulte. Es war ein amüsant anzusehendes Schauspiel. Etwa 20 Menschen beobachteten es vom Pier aus.

Dusty schoss auf Valerie zu

Kaum hatte sich Valerie dem Delfin etwas genähert, schoss Dusty auf sie zu, schlug wild mit der Fluke und rammte ihre Schnauze in den Körper der jungen Frau. Nur mit großer Mühe konnte Valerie Richtung Land schwimmen. Ein Mann zog sie am Pier schließlich aus dem Wasser.

Knochenbrüche und Nah-Tod-Erfahrung

Valerie hatte von dieser aggressiven Begegnung mit Dusty schwere Verletzungen davongetragen: neben sechs Wirbelbrüchen, drei gebrochenen Rippen und einer beschädigten Lunge hatte sie durch die Nah-Tod-Erfahrung zudem einen großen psychischen Stress zu verarbeiten.

Ein Raubtier, das immer lächelt

Valerie warnt alle Menschen, die mit wilden Delfinen schwimmen wollen. Es handelt sich um Raubtiere. Ein Land-Raubtier würde seine Stimmung durch fletschende Zähne ausdrücken, doch ein Delfin scheint durch die unveränderbare Mimik immer zu lächeln …
(Quelle: I was attacked by a dolphin)

Jan Ploeg kennt Dusty seit 13 Jahren

Der Niederländer Jan Ploeg kennt Dusty sehr gut. Er schwimmt oft mit ihr – und das seit 13 Jahren. Nach seinen Informationen auf Facebook ist Valerie voll bekleidet zu Dusty ins Wasser gesprungen und hat das Tier offensichtlich erschreckt.

Dazu muss auch gesagt werden, dass Dusty im Sommer 2013 trächtig war und außerdem zu diesem Zeitpunkt, als Valerie sich ihr näherte, mit einer anderen Person beschäftigt war, welche Dusty bereits seit 12 Jahren kennt.

Jan teilt auf der Dusty-Facebook-Seite außerdem mit, dass Dusty schon oft gequält worden sei und trotzdem meist sanft reagiert hätte. Ihn wundert es auch sehr, dass diejenigen Menschen, die fast täglich mit Dusty schwimmen, von der Zeitung nicht befragt wurden. Er vermutet, dass der von „the guardian“ veröffentlichte Artikel möglichst aufreißerisch rüberkommen sollte.

Seiner Meinung nach geht das Problem nicht nur von Dusty aus, sondern ebenso von den Menschen um sie herum.

Dusty verlor innerhalb kurzer Zeit zwei Babys

Jan informiert nicht nur auf Facebook, sondern auch auf seiner Website aktuell über Dusty. Im Internet teilt Jan mit, dass Dusty ihr Baby im Dezember 2013 leider verloren hat. Bereits 2010 starb ein Baby von Dusty.

Seit einiger Zeit kann man einen Delfin-Kumpel an Dustys Seite beobachten. Clet wurde früher bereits in anderen Gegenden gesichtet. Er scheint ebenso wie Dusty ein solitär lebender Delfin zu sein. Allerdings sind beide Tiere im Moment nur fast solitär.
(Quelle: Facebook-Seite Dusty the dolphin)

Lese- und Schautipps zum Thema

* Warnung vor Dusty (in Englisch)
* Dusty und Jan
* Die ungewöhnliche Freundschaft zu 2 Delfinen
* Film zu Dusty

4 Kommentare

  1. Bei dem einseitigen Bild von Delphinen, dass in der Öffentlichkeit immer noch verbreitet ist (Freund aller Kinder, Bruder im Meer, notorischer Lebensretter, Spielkamerad und Menschenfreund) und zumindest bei uns im Zoo leider auch nicht korrigiert wird, muss man sich über das Wundern eigentlich nicht wundern.

    geschrieben von Dani
    1. Hallo Dani, in Nürnberg undDuisburg wird sehr wohl gesagt, dass Delfine Raubtiere und keine Schmusetiere sind.

      Bei Dusty sieht es so aus, dass sie von sich aus Kontakt zu den Menschen sucht und offenbar – laut Jan – auch ganz verträglich ist. Doch da bereits eine andere Person bei ihr im Wasser war, die dem Delfin dazuhin sehr vertraut war, hat Dusty vielleicht so überreagiert. Sie wollte sich evtl. nicht stören lassen.

      Missverständnisse und damit gefährliche Begegnungen gibt es ja auch bei domestizierten Raubtieren, wie man oft in der Zeitung lesen kann.

      geschrieben von Susanne
    2. Ich widerspreche dir da nur ungerne, Susanne, doch ich bin ca. einmal im Monat in Duisburg, und das seit ca. 15 Jahren. Ich habe leider noch nie erlebt, dass in der Kommentierung zur Vorführung etwas drüber gesagt wurde, dass Große Tümmler zumindest untereinander recht rabiat sein können.

      Und an Informationstafeln sieht es im Delphinarium allgemein im Moment auch eher mager aus. Über das natürlich Sozialverhalten erfährt der Besucher fast nichts. Dabei kann man grade das ja viel besser zwischen den Vorführungen beobachten. Nur fehlt dem Besucher da jede Handreichung, um das, was sie ehen, zu deuten. (Das ist aber z.B. bei den Elefanten und Wölfen hier auch nicht anders.)

      Das finde ich vor allem vor dem Hintergrund unvorteilhaft, als dass Haltungsgegner ja immer wieder behaupten, die Tiere würden durch die Haltung agressiv. Wenn die Besucher hier dann die Rake Marks oder auch mal eine Rangelei oder Verfolgungsjagd sehen, ohne darüber aufgeklärt zu werden, dass das bei den Tieren normal ist, was sollen sie dann anders tun, als das zu glauben, was sie gehört haben, wenn das, was sie sehen, scheinbar dazu passt.

      geschrieben von Dani
  2. Für mich klingt das Ganze schlicht so, dass die Dame Dusty erschreckt hat oder der Delfin die (bekleidete) Dame gar als Bedrohung für sich oder ihren Spielpartner empfunden hat.
    Auch gut möglich, dass Dusty schon einmal sehr schlechte oder unangenehme Erfahrungen mit bekleidet schwimmenden Menschen gemacht hat.

    Auch in dieser Hinsicht scheinen Delfine ganz ähnlich zu ticken, wie Hunde: Die erfolgversprechendste Möglichkeit, von einem ansonsten ganz friedlichen Hund angefallen zu werden, ist, sein Herrchen zu bedrohen oder einen Angriff auf diesen anzudeuten.
    Dabei kann durchaus auch schon eine Geste genügen, die „von Mensch zu Mensch“ gar nicht als Bedrohung empfunden wird.

    Auch wenn Delfine zumeist überaus friedfertig sind. Man sollte sie mindestens mit demselben Respekt behandeln, wie ein beliebiges anderes großes Tier: Auch Pferde, Esel, Maultiere, und natürlich hinreichend große Hunde (aber auch stinknormale Hauskatzen) können einen Menschen schwer verletzen, wenn man ihnen blöd kommt.

    Warum man sich also wundert, wenn ein gut 250 kg schwerer Delfin nicht anders reagiert, erstaunt mich dann doch eingermaßen.

    geschrieben von Norbert

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