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Neue Gefährdung für Schweinswale


Immer mehr Schweinswale werden in der Nordsee von Kegelrobben tödlich verletzt oder gefressen.

Willi (Foto: Frank Blache)

Kegelrobbe (Foto: Frank Blache)

Dies wurde in einer niederländischen Studie herausgefunden.

Dass Kegelrobben hin und wieder Schweinswale angreifen und sogar fressen, war schon länger bekannt (siehe auch MEERESAKROBATEN-Beitrag Kegelrobbe frisst Schweinswal). Doch offenbar stehen die kleinen Wale (sie werden 1,80 m lang und wiegen ca. 70 kg) in der Nordsee als beliebte Nahrung auf der Speisekarte der großen Kegelrobben (diese werden 2,30 m lang und wiegen bis zu 300 kg). Es ist zu vermuten, dass vor allem ihre Fettschicht (auch Blubber genannt) den Kegelrobben schmeckt.

Seit gut zehn Jahren wird an der niederländischen Nordseeküste eine Vielzahl an verendeten Schweinswalen gefunden.

DNA von Kegelrobben entdeckt

Der Meeresbiologe Mardik Leopold und die Veterinärmedizinerin Lineke Begeman untersuchten drei der toten Tiere, die Kratz- und Bissspuren aufwiesen. Sie fanden in den Wunden der Schweinswale die DNA von Kegelrobben.

Es konnte außerdem festgestellt werden, dass die Schweinswale nicht erst nach ihrem Tod von Kegelrobben angebissen wurden, sondern an deren Bisswunden starben.

Bei der Auswertung von mehreren Hundert Fotos fanden die Wissenschaftler heraus, dass vor allem gut genährte Jungtiere den Kegelrobben zum Opfer fielen.

Haupttodesursachen

Kegelrobben-Angriffe sind offenbar eine der Haupttodesursachen für Schweinswale in der Nordsee. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass 17 Prozent aller verendeten Schweinswale auf das Konto von Kegelrobben gehen.

Andere Haupttodesursachen sind:
– Tod in Fischereinetzen als Beifang (20 Prozent),
– Infektionskrankheiten (18 Prozent) und
– Auszehrung (14 Prozent).

Auch für Menschen gefährlich

In der o.g. Studie wird warnend darauf hingewiesen, dass Kegelrobben auch durchaus in der Lage wären, Menschen anzugreifen …
(Quelle: Nahrhaftes Fett: Jagdfieber der Kegelrobben bedroht Schweinswale)

2 Kommentare

  1. Als „neu“ würde ich diese Gefährdung jetzt nicht einstufen, bestenfalls als „neu entdeckt“.

    Ich vermute mal stark, dass Schweinswale bei Kegelrobben schon sehr lange auf der Speisekarte stehen – wahrscheinlich auch schon sehr viel länger, als Menschen das Wort „Speisekarte“ überhaupt kennen.

    geschrieben von Norbert
    1. Interessant aber allemal. Fast könnten die Kerlchen einem leid tun. Anderswo sind die Großen Tümmler hinter ihnen her, hier die Kegelrobben. ;-)

      geschrieben von Dani

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