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5 statt 2 Delfine in der Ostsee?


Der Walforscher Boris Culik hat sich Bilder im Internet angeschaut und ist zu dem Schluss gekommen, dass sich seit 2015 eventuell fünf Große Tümmler in der Ostsee aufhalten. „Selfie“ und „Delfie“, wie die wohl bekanntesten Delfine der Ostsee genannt werden, sind also womöglich nicht alleine.

Selfie und Delfie in der Flensburger Förde (Foto: Betty Moog)

Selfie und Delfie in der Flensburger Förde
(Foto: Betty Moog)

„Neben denen in Kiel scheint es ein Pärchen zu geben, das sich weiter im Osten herumtreibt und an dessen Finnen sich keine Merkmale befinden“, sagte Culik gestern den Kieler Nachrichten.

Die Schweden gaben den Delfinen Namen

„Selfie“ und „Delfie“ bekamen ihre Namen in Schweden. „Selfie“ ist ganz gut an einem weißen Fleck an der Finnenspitze zu erkennen. Außerdem hat er in seiner Rückenflosse eine Kerbe.

Im Mai 2015 wurde offenbar vor Blekinge ein Einzeltier gesichtet. Die Schweden nannten es „Vilse“ (deutsch: verirrt). Dieser Delfin hat offenbar keine auffälligen Merkmale.

2014 strömte viel Salz in die Ostsee

Obwohl die Ostsee – im Vergleich zur Nordsee – salzarm ist, scheinen sich die Großen Tümmler in diesem Gewässer wohlzufühlen. Immerhin werden sie nun schon fast ein Jahr in der Ostsee beobachtet. Offenbar hängt das mit den Winterstürmen im Dezember 2014 zusammen. Damals strömten 200 Billionen Liter Nordseewasser durch den Öresund sowie den Großen und Kleinen Belt ein.

Laut dem Institut für Ostseeforschung handelte es sich dabei um den größten Salzwasserzustrom seit 60 Jahren. Da auch viel Sauerstoff mitgeführt wurde, verbesserte sich die Situation für die in der Ostsee lebenden Fische – wie Heringe – sehr. Davon profitieren bis heute die Großen Tümmler.

In manchen Gebieten, in denen der Salzgehalt weiterhin niedrig ist (wie zum Beispiel in der Bottenwiek zwischen Schweden und Finnland) kann es für die Delfine brenzlig werden. Denn ein zu niedriger Salzgehalt schadet ihrer Haut. Diese könnte anfällig für Pilzinfektionen werden, so der Walforscher Mats Amundin.
(Quelle: Kieler Nachrichten)

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