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Es geht auch ohne Luftballons


Leider hat es sich noch nicht genügend herumgesprochen, dass Luftballons Tiere gefährden können.

Luftballons gefährden Meerestiere.
(Foto: Schutzstation Wattenmeer)

Die City-Initiative Augsburg hat Ende September im Rahmen des „Turamichele-Festes“ (hier kämpft symbolisch das Gute gegen das Böse) einen Luftballon-Wettbewerb durchgeführt, bei dem viele der mit Gas gefüllten Hüllen in der Landschaft verschwanden. Dort können diese in Gewässern Vögel und andere Tiere schaden.

Aktiv werden

Bitte nehmt jede Gelegenheit wahr, auf die Gefährdung der Tierwelt durch Luftballons und Plastikmüll hinzuweisen. Dafür eignet sich zum Beispiel auch ein Leserbrief. Oder ihr wendet euch im Vorfeld an die Veranstalter. Beides habe ich im oben genannten Fall gemacht.

Mein Leserbrief wurde in der Printausgabe der Augsburger Allgemeinen veröffentlicht. Seinen Wortlaut seht ihr unten. Ich hoffe, er wurde von möglichst vielen Menschen gelesen.

Breit gestreute Informationen haben Erfolg. Das zeigt sich daran, dass in manchen Städten derartige tiergefährdende Aktionen bereits abgesagt wurden. Siehe Lesetipps unten.

Mein Leserbrief

Auf Luftballonwettbewerb verzichten
Auf dem Foto Ihres Artikels sieht man viele Luftballons beim Turamichele-Fest kurz vor deren Start in die Landschaft. Diese Aktion von der CIA finde ich nicht gut. Denn viele der mit Gas gefüllten Hüllen werden nicht gefunden und landen u.a. in Gewässern, wo sie von Wasservögeln oder anderen Tieren fälschlich als Nahrung betrachtet und zur tödlichen Gefahr werden. Nach Schätzungen von Umweltschützern sterben jährlich eine Million Vögel und 100.000 Meeressäuger an den Folgen des Plastikmülls. Bei anderen Festivitäten wurden Luftballon-Wettbewerbe aus diesem Grund schon abgesagt. Es wäre schön, wenn man beim Turamichele-Fest, bei dem es ja darum geht, das Böse zu bekämpfen, in Zukunft auch auf derartige Wettbewerbe verzichten würde.

Lesetipps

* Mit Luftballons gegen Plastikmüll?
* Luftballons: „Plastik wird zur tödlichen Gefahr“
* Erfolg für Schutzstation-Aufruf: Ballon-Wettflug in Kiel abgesagt

5 Kommentare

  1. Vielen Dank für eure Beiträge, Norbert und Oliver!
    Norbert, ich glaube nicht, dass es nur an der „Plastik“schnur hängt (damit ist auch der Begriff „Plastikmüll“ gerechtfertigt, wie ich finde, denn es entschwebt wohl kein Luftballon ohne Schnur in die Landschaft), ob ein Luftballon gefährlich für die Umwelt ist oder nicht.
    Von Wassertieren verschluckte Luftballons (Meeresschildkröten verwechseln sie manchmal mit Quallen) verstopfen Magen und Darm. Dies kann zum Verhungern der Tiere führen. Es geht also nicht nur ums schnelle oder langsame Verrotten (von Kautschuk- versus Plastikmüll).
    Auch wenn der Begriff „Plastikmüll“ evtl. nicht auf alle Teile eines Luftballons zutrifft, ändert mein Artikel nichts an der Botschaft, dass Luftballons (mit oder ohne Plastikschnur) nichts in der Landschaft zu suchen haben.

    geschrieben von Susanne
    1. Ich halte es da ein wenig mehr mit „Leben und leben lassen“, zumal Ballons aus Wettbewerben sicherlich kein besonders drängendes (Umwelt-)Problem darstellen – und schon gar nicht im Inland.

      Und wenn man bei solchen Aktionen noch auf Plastikschnüre verzichtet, lassen sich solche Wettbewerbe zumindest gelegentlich durchaus verantworten.

      Gasgefüllte Ballons jetzt gleich ganz verbieten zu wollen, halte ich dann doch eher für übertrieben.

      Allerdings sind Folienballons (z.B. Herzen, meist in Metallicfarben) schon wieder eine andere, umwelttechnisch weit problematischere Liga, was die Frage aufwirft, ob die wirklich sein müssen.

      Ich denke, dass man mit vernünftigen Anregungen (Verzicht auf Plastikschnüre, Verwendung von normalen Kautschukballons), deutlich weiter kommt, als mit radikalen Verzichtsforderungen („Spaßbremse“).

      Ob man dann eines Tages doch ganz auf solche Veranstaltungen verzichtet – man wird sehen.

      geschrieben von Norbert
    2. Vom Verbieten halte ich auch nicht viel, Norbert. Ich setze da mehr auf die Einsicht. Leider kennen Luftballons keine Ländergrenzen, sie werden also auch schon mal ins benachbarte Ausland oder im Norden ins benachbarte Meer schweben.
      Du hast recht, es gibt größere Probleme für die Umwelt, aber ich finde es toll, dass – durch den bewussten Umgang mit diesem Thema – sogar schon Schulen auf derartige Wettbewerbe verzichten.

      geschrieben von Susanne
  2. Luftballons bestehen normalerweise aus vulkanisiertem Naturkautschuk, der in der Natur sehr schnell und weitgehend rückstandsfrei abgebaut wird. Sie mit Plastikmüll zu vergleichen geht daher meines Erachtens ziemlich daneben.

    Deutlich problematischer ist die Schnur, an der bei Gasballons normalerweise die Karte hängt: Die ist nämlich fast immer aus Polypropylen, Polyester oder Polyamid – alles Kunststoffe, die extrem langsam verrotten, und als hoch reißfeste und magensäureresistente Schnüre gerade für Tiere hochgradig gefährlich sind.

    Es gibt zwar auch schnell verrottende Schnüre aus Baumwolle, Leinen oder auch wieder Hanf (THC-frei) zu kaufen, aber die sind meist nur auf Nachfrage zu bekommen.

    Oder kurz gesagt: Diese Ballonwettbewerbe wären halbwegs umweltneutral, wenn man einfach nur die richtige Schnur verwenden würde. Manchmal kann Umweltschutz so simpel sein.

    geschrieben von Norbert
  3. geschrieben von Oliver

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