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Suche nach Schweinswalen beginnt


Wie man in einem Artikel von Lauren Williams lesen kann, beginnt heute bei Sonnenaufgang in Mexiko die Suche nach den stark bedrohten Vaquitas (auch Hafenschweinswale oder Kalifornische Schweinswale genannt).

Infotafel im Nürnberger Tiergarten
(Foto: Rüdiger Hengl)

Vier Delfine suchen Schweinswale

Behilflich bei der Suche sind die vier weiblichen Großen Tümmler Andrea, Fathom, Katrina und Splash. Die Delfine sind zwischen 30 und 40 Jahre alt und zeichnen sich durch ein sanftes Wesen aus.

Die Delfine wurden von der Navy in San Diego darauf trainiert, die Ultraschalllaute der Vaquitas aufzuspüren.

Sobald die Delfine die Geräusche eines Vaquitas vernehmen, berühren sie mit ihrer Schnauze ein Panel. Ausgebildete Wal-Experten versuchen dann, den Vaquita mithilfe eines Netzes zu fangen.

Die Delfine arbeiten in Schichten von bis zu drei Stunden. Die ganze Aktion könnte sich über einen Monat hinziehen.

Vaquitas sind sehr scheu

Man weiß noch nicht, wie die Vaquitas auf die Delfine und Boote reagieren werden, da sie als sehr scheu gelten. Sie schwimmen meist nur im Zweierverband und kommen nur ganz kurz an die Wasseroberfläche, um Luft zu holen.

Noch nie zuvor wurden Vaquitas in menschlicher Obhut gehalten. Es ist also auch unbekannt, wie sie auf das in San Felipe für sie eingerichtete Salzwasser-Pen reagieren werden.

Zwölf Tiere sollen gefangen werden

Die Experten hoffen, zwölf Tiere fangen zu können. „Sie sollen so lange in Sea Pens gehalten werden, bis ihr natürlicher Lebensraum wieder sicher für sie ist“, erklärt Cynthia Smith, Executive Director der U.S. National Marine Mammal Foundation. „Doch wenn sie sich nicht an die Menschen gewöhnen können, werden wir sie zurück ins Meer bringen. Wir wollen ihnen nicht schaden.“

Statt 3.000 nur noch 30 Tiere

Als der Vaquita 1958 entdeckt wurde, gab es – laut Williams – 3.000 Tiere. Heute sind es nur noch 30. Damit gilt der kleine Schweinswal als eine der am meisten vom Aussterben bedrohten Tierarten weltweit.

Vaquitas leben im Golf von Kalifornien in der Sea of Cortez.

Vaquitas verfangen sich in Netzen

Schuld an ihrer Dezimierung ist vor allem die Jagd auf den sehr beliebten Speisefisch Totoaba, der etwa so groß ist wie ein Vaquita. Er – bzw. Teile von ihm – gelten in China als Delikatesse, die für viel Geld gehandelt wird.

Die Vaquitas gelangen als unerwünschter Beifang in die Netze der Fischer. Zwar ist der Einsatz von Kiemennetzen offiziell in diesem Gebiet verboten, doch die Kontrollen sind zu lasch, sodass immer noch viele Totoabas illegal gefangen werden.

Man kann nur hoffen, dass der „Panda des Meeres“ – wie der Vaquita auch genannt wird – gerettet werden kann. Die Meeresakrobaten halten euch auf dem Laufenden …
(Quelle: Vaquita could be saved by brains, binoculars and bomb-sensing dolphin)

2 Kommentare

  1. Nun, dann haben es jetzt wohl die Delfine in der Hand (bzw. in den Flippern), dass das Vorhaben gelingt. Ich bin neugierig, ob man genügend Vaquitas aufspüren kann; denn wer weiß, wie viele von den 30 Indivduen heute überhaupt noch übrig sind.

    geschrieben von Oliver
    1. Wie ich gerade von Stephan Lutter vom WWF erfahren habe, musste die Aktion heute wegen schlechten Wetters abgeblasen werden. Das Konsortium Vaquita CPR nutzt die Zeit, um die Ausrüstung zu optimieren.

      geschrieben von Susanne

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