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Kampf an allen Ecken und Kanten


Noch bis morgen beraten die Delegierten von mehr als 120 Staaten in Manila (Philippinen) über Maßnahmen zum Schutz wandernder Tierarten.

Buckelwal/Bora-Bora
(Foto: Stephanie u. Detlef Müller)

Als offizielle Partnerorganisation der Bonner Konvention fordert die internationale Meeresschutzorganisation OceanCare die Mitgliedstaaten auf, sich stärker gegen Unterwasserlärm, Plastikverschmutzung und Bejagung von Meerestieren einzusetzen und marine Tierarten besser zu schützen.

Tiere überqueren regelmäßig Staatsgrenzen

Das als Bonner Konvention bezeichnete UNO-Abkommen erfasst Tierarten, deren Populationen bei Wanderungen regelmäßig Staatsgrenzen überqueren, darunter Zugvögel, terrestrische Arten wie Elefanten und Löwen sowie marine Arten wie Wale und Delfine, Haie und Meeresschildkröten.

Zum Schutz der Fortpflanzungs- und Nahrungsgebiete sowie der Wanderrouten dieser Tiere wird eine enge Zusammenarbeit der betreffenden Länder angestrebt.

Unterwasserlärm und Vermüllung

OceanCare ist mit drei Experten an der Konferenz in Manila vertreten. Die Organisation sieht im Unterwasserlärm und in der Vermüllung der Meere die größten Herausforderungen; entsprechend dringlich ist die internationale Zusammenarbeit, um Schutzmaßnahmen zu entwickeln.

Hinzu kommt die Besorgnis über die zunehmende Bejagung gefährdeter Arten: Delfine, Seekühe, Schildkröten und Krokodile werden in manchen Regionen Westafrikas, aber auch in Südostasien und Lateinamerika gefangen, weil in industriell leer gefischten Meeren die Nahrungsgrundlage für den Menschen ausbleibt.

Unglaubliche 10.000 Kilometer

Das ist ist die Distanz, die ein Buckelwal jedes Jahr zwischen seinem Nahrungs- und Paarungsgebiet zurücklegt.

Aber nicht nur Wale, auch Meeresschildkröten und andere Meeresbewohner gelten als Langstreckenschwimmer.

Der Mensch, eigentlich Gast im nassen Element, hat den Lebensraum Meer längst in eine Gefahrenzone verwandelt.

Neun Millionen Tonnen Plastik, die Jahr für Jahr in die Weltmeere gelangen, sind die Bilanz einer überbordenden Wegwerfgesellschaft – mit tödlichen Folgen für die Meerestiere.

Lärmquellen, wie Schallkanonen, die bei der Suche nach Öl eingesetzt werden, oder militärische Sonarwellen, die U-Booten aufspüren sollen, vertreiben die Tiere von ihren Wanderrouten oder aus ihren Gebieten, stören ihre Kommunikation und führen zu temporären Gehörverlusten oder gar zum Tod. Der Stille Ozean ist zur Lärmhölle geworden.

OceanCare erwartet Lösungen

„Wir kämpfen an allen Ecken und Enden mit den Auswirkungen der Plastikverschmutzung und der Rettung von Tieren, die sich in Kunststoffteilen verheddert haben. Das alles hilft wenig, wenn wir es nicht schaffen, die Plastikflut, die kontinuierlich ins Meer gelangt, massiv zu reduzieren“, sagt Fabienne McLellan, Leiterin Internationale Zusammenarbeit, und verweist auf die zahlreichen lösungsorientierten Projekte von OceanCare, die u.a. auch mit dem Privatsektor durchgeführt werden.

„Wenn Schallkanonen bei der Suche nach Öl im Meeresboden über Wochen hinweg alle zehn bis zwölf Sekunden Explosionsschall mit einer Intensität von bis zu 260 Dezibel aussenden, kann man sich vorstellen, dass Handlungsbedarf besteht. Wir brauchen stringente, umfassende Prüfverfahren, bevor Lärm verursachende Aktivitäten genehmigt werden“, sagt Nicolas Entrup, Sprecher der Initiative für ruhigere Meere von OceanCare in Zusammenarbeit mit der US-amerikanischen Organisation NRDC.

Den Vertragsstaaten liegen von internationalen Experten entwickelte Richtlinien für solche Prüfverfahren zur Beschlussfassung vor.

„Ein nachhaltiges Fischereimanagement ist essenziell, um die Nahrungsgrundlage für lokale Fischergemeinden wiederherzustellen. Wir erhoffen uns Zusammenarbeit auf allen Ebenen, mit Regierungsvertretern, internationalen Gremien, und vor allem den Menschen vor Ort, um gefährdete Arten vor Bejagung wirksam zu schützen und die Balance im marinen Ökosystem wieder ins Lot zu bringen“, sagt Joanna Toole, Fischereiexpertin und Konsulentin von OceanCare.
(Medienmitteilung von OceanCare)

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