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Wenn Delfine Fernsehen schauen


Eine Gruppe Wissenschaftler aus Key Largo hat sich eine ganz besondere Beschäftigung für in menschlicher Obhut lebende Delfine ausgedacht.

Nami aus dem Nürnberger Tiergarten spielt mit Besucher Ball.
(Foto: Oliver Schmid)

Wenn alle Vorstellungen, medizinische Trainigseinheiten und Aktionen mit Spielzeug beendet sind, dürfen die Delfine – Fernsehen schauen …

Kelly A. Winship, Holli C. Eskelinen und ihre Kollegen führten ihre Studie mit elf Großen Tümmlern und fünf Rauzahndelfinen durch. Den Tieren wurden an den Unterwasserscheiben Bildschirme präsentiert, auf denen verschiedene Programme zu sehen waren.

Zwei Sendungen standen zur Auswahl

Zur Auswahl standen „Planet Erde“ (eine Sendung von BBC) und SpongeBob (Animationsserie). Offenbar waren die Meeressäuger von beiden Angeboten fasziniert.

Allerdings stellten die Forscherinnen fest, dass männliche Delfine länger auf den Bildschirm schauten als die Weibchen.

Sie reagierten mit Kopfbewegungen, Anheben des Kinns oder Drücken der Stirn gegen die Bildschirme. Manche zeigten ein aggressives Verhalten. Die Forscherinnen vermuten, dass sie frustriert waren, weil sie mit den gezeigten Wesen nicht interagieren konnten.

Bereicherung für Tiere in Delfinarien

Winship und Eskelinen wollen mit ihren Untersuchungen Delfinen, die gerettet wurden und nicht mehr ausgewildert werden können, eine weitere Form des Behavioral Enrichment (Beschäftigung) anbieten. Auch erlauben derartige Forschungen Einblicke in den Denkprozess der Tiere.

In marinen zoologischen Einrichtungen ist die Beschäftigung ein sehr wichtiger Teil des Lebens von Meeressäugern. Dieses Konzept wenden Trainer und Tierärzte an, um das Wohlbefinden ihrer Tiere durch mentale Stimulation zu verbessern.

Geistiges und körperliches Fitnesstraining

Innerhalb der Beschäftigungsangebote werden Verhaltensweisen gefördert, die von den Tieren auch in freier Wildbahn gezeigt werden – wie Tauchen, Erkunden und Jagen. Delfine werden jeden Tag sowohl geistig als auch körperlich fit gehalten.

Zu den Angeboten des Behavioral Enrichment gehören Bänder, in Eisblöcken eingefrorener Fisch, Bälle, Fässer, Wurfscheiben und Schwimmer.

Nachdem nun erwiesen ist, dass Delfine auch gerne Fernsehen schauen, kann es durchaus sein, dass sie sich eines Tages vor dem Bildschirm versammeln, um Star Wars anzusehen …
(Quelle: Dolphins like TV?)

Lesetipp

Delfine benutzen Unterwasser-Tablet

4 Kommentare

  1. An einer anderen Stelle hat man ein Videospiel für Delfine gebaut, indem man ein Unterwasser-Fenster mit einer Art Touch-Screen Funktion ausgestattet hat. Die Versuche sind noch am Laufen, aber die Viecher scheinen durchaus etwas damit anfangen zu können.

    Wurde 2017 auf dem EAAM Symposium vorgestellt.

    geschrieben von Norbert
    1. Ja, Norbert, darüber habe ich auch schon mal berichtet. Der Delfin Foster spielte das abgewandelte Whac-A-Mole. Den Bericht darüber findest du hier
      https://www.meeresakrobaten.de/2017/06/delfine-benutzen-unterwasser-tablet/

      geschrieben von Susanne
  2. Danke für deinen Kommentar, Oliver. Die „Fernseh-Beschäftigung“ wird/wurde auch bei den Bonobos in der Wilhelma eingesetzt.

    https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.wilhelma-stuttgart-affen-gaffen-in-der-ersten-reihe.6db3f940-6aad-4648-8556-0f6a6cb75e19.html

    geschrieben von Susanne
  3. Ich habe mal irgendwo gelesen, dass man angeblich damals in den 60er Jahren den Delfinen, die in der Flipper-Fernsehserie mitgespielt haben, einige Folgen gezeigt hat und die dann besonders stark reagiert haben, wenn sie sich selbst erkannt haben.
    Ob es stimmt, weiß ich nicht, würde aber zu den hier gemachten Beobachtungen passen

    geschrieben von Oliver

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