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Zahmer Wal als Spion eingesetzt?


Das kommt nicht alle Tage vor: Ein offenbar zahmer Beluga (Weißwal) nähert sich Fischerbooten.

Das Tier ist wahrscheinlich abgerichtet worden

Das Ganze ist im Norden Norwegens passiert. Ein Beluga bedrängte am vergangenen Wochenende Fischerboote. Auffallend war ein Gurt an seinem Körper, der die Fischer vermuten ließ, dass es sich um ein abgerichtetes Tier handelt.

Norwegische Meeresforscher und Marineexperten mutmaßen, dass der Wal aus einer Forschungsstation entkommen ist. Sie denken an Spionage-Aktivitäten des russischen Militärs.

Militärische Übung oder Forschungseinsatz?

Als das Geschirr entfernt wurde, entdeckte man die Aufschrift „Ausrüstung St. Petersburg“. Außerdem war daran eine Kamerahalterung angebracht.

Beides lässt laut Kim Detloff – Leiter der Abteilung Meeresschutz beim NABU – nicht automatisch auf einen militärischen Einsatz schließen. Denn Wale und Delfine werden auch zu Forschungszwecken mit einer Kameraausrüstung ins Meer entlassen, um damit deren Lebensraum zu erforschen.

„Wir wissen, dass Russland vor Kurzem Wale aus der Gefangenschaft freigelassen hat. Dann suchen die Tiere oft Boote“, lautet die Erklärung von Audun Rikardsen, Professor an der Abteilung für Arktis und Meeresbiologie an der Arctic University of Norway (UiT). Die Tiere sind gewöhnt, gefüttert zu werden.

Russische Forscher machen die russische Marine in Murmansk für das Erscheinen des Belugas verantwortlich.

Vor 30 Jahren bildete russisches Militär Delfine aus

Bereits in den 1980er-Jahren bildete das russische Militär Delfine für die Aufklärung aus. Das Programm wurde zwar in den 1990er-Jahren eingestellt, aber offenbar hat Präsident Wladimir Putin in den letzten drei Jahren drei ehemalige sowjetische Militärbasen an der arktischen Küste reaktiviert.

Ob der Beluga in freier Wildbahn ohne Zufütterung klarkommt, ist ungewiss.
(Quellen: t-online.de und SWR Aktuell)

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