Themen: ,

Klimawandel und Grauwal-Sterben


Die Journalistin und Diplombiologin Bettina Wurche hat in spektrum.de einen Artikel zum Sterben der Grauwale veröffentlicht.

Grauwal (Foto: Frank Blache)

Da ich den Beitrag sehr interessant finde, möchte ich hier die wichtigsten Fakten wiedergeben.

70 tote Grauwale

Innerhalb mehrerer Wochen sind vor der Westküste der USA 70 tote Grauwale gefunden worden. Die Tiere strandeten in den US-Bundesstaaten Kalifornien, Oregon, Washington und in Alaska. Manche Körper waren blutüberströmt. Die Tiere kamen offenbar mit kantigen Felsen in Kontakt.

Der Jahresdurchschnitt in diesem Gebiet liegt bei etwa 45 gestrandeten Grauwalen. Im westlichen Pazifik leben insgesamt ca. 27.000 der grauen Riesen.

Grauwalmütter und Kälber

Grauwalmütter sind mit ihrem Nachwuchs die Attraktion für Whale-Watcher. Man kann sie in den warmen flachen Pazifikbuchten vor der mexikanischen Baja California beobachten.

Etwa 6.000 km lang ist die Route, die Grauwale zweimal im Jahr zurücklegen – von ihren Nahrungsgründen in der Arktis bis nach Baja California. In arktischen Gewässern legen sich die Grauwale eine dicke Fettschicht zu. Im Süden widmen sie sich der Fortpflanzung und der Kälber-Aufzucht.

Klimawandel

Wal- und Arktisexperten halten einen Zusammenhang der Todesfälle mit dem Klimawandel für sehr wahrscheinlich. 2018 war es in der Arktis (Beringmeer) offenbar so warm und eisfrei wie nie zuvor.

Wenn das Verhältnis von Licht und Eis im arktischen Meer verschoben wird, hat das Auswirkungen auf die Beutetiere der Grauwale.

Die grauen Kolosse nehmen ihre Nahrung vom Meeresboden auf, indem sie sich – meist mit der rechten Maulseite – rollend darüber walzen und Krill, Heringslarven und andere Tiere verschlucken.

Wenn die Winter in der Arktis dunkel und lang sind, reichern sich die Polarmeere mit Kleinstlebewesen an. Ein stärkeres oder früheres Abschmelzen des Eispanzers hat zur Folge, dass die Ozeanografie und das gesamte Ökosystem sich ändern. Schwindet das Eis Richtung Norden, müssen die Wale bis zu 2.000 km hinterherschwimmen. Das zehrt an ihren Reserven.

Abgemagerte Tiere

Die Grauwale an der Westküste der USA sehen – laut Beobachtern – sehr abgemagert aus. Sie haben in der Arktis offenbar nicht genug Blubber (Speck) anfressen können.

„Die Wale wirken, als ob ihnen der Treibstoff ausgegangen ist“, meinte Padraig Duignan, der leitende Tierarzt des Marine Mammal Center im kalifornischen Sausalito gegenüber der Presse.
(Quelle und weitere Informationen über das Grauwal-Sterben unter: spektrum.de)

Lesetipps

* Sind Grauwale verhungert?
* Unterwegs mit der „Spirit of Adventure“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.