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Mehr Pferdefleisch als Walfleisch


Bald werden die ersten japanischen Walfangschiffe zurück sein und ihre „Beute“ anlanden.

Den Touristen in Tokio soll Appetit auf Walfleisch gemacht werden.
(Foto: S.G.)

Japan ist aus IWC ausgetreten

Seit Anfang Juli betreibt Japan wieder kommerziellen Walfang. Mehrere Schiffe sind ausgefahren, um Zwergwale (auch Minkwale genannt), Bryde- und Seiwale zu töten.

Ende letzten Jahres hat Japan die Internationale Walfangkommission (IWC) verlassen. Japans Vertreter sind nämlich der Überzeugung, dass heutzutage ein nachhaltiger Fang wieder möglich sei. Der Bestand mancher Walarten hätte sich wieder erholt.

1986 hat die IWC ein Verbot des kommerziellen Walfangs ausgesprochen. Die meisten Mitgliedsländer der IWC halten auch am Walfangverbot fest. So stand Japan mit seinem Wunsch nach kommerziellem Walfang alleine und verließ deshalb die Gemeinschaft.

„Wal ist etwas Exquisites.“

Konomu Kubo arbeitet für das Walfangunternehmen Kyodo Senpaku und ist Sprecher des Branchenverbands. Er schwärmt: „Wal ist etwas Exquisites. Das müssen wir den Leuten nur verständlich machen.“

Dabei ist man in Japan schon lange nicht mehr auf Walfleisch als billige Proteinquelle angewiesen. In den 1960er-Jahren wurden noch 200.000 Tonnen pro Jahr verzehrt, heute sind es 5.000 Tonnen.

Aktuell stehen Rindersteaks und Hamburger auf der Speisekarte. Sogar eher seltene Fleischsorten – wie Pferdefleisch – sind beliebter als Walfleisch.

Nachfrage sinkt

Restaurants, die Walfleisch in verschiedenen Zubereitungsformen anbieten, werden vor allem von älteren Leuten besucht.

Die Nachfrage sinkt, dementsprechend steigen die Subventionen für die Walfänger. Doch weil der Walfang nicht mehr im wissenschaftlichen Dienst steht (unter diesem Deckmantel wurde jahrzehntelang legal Walfang betrieben), sondern nun kommerzialisiert wird, werden die Subventionen irgendwann einmal ausbleiben.

Drei Jahre lang soll es eine Übergangslösung geben, sprich: Drei Jahre lang werden die Walfänger noch subventioniert werden.

Gute Marktstrategien werden gesucht

Konomu Kubo und seine Kollegen setzen auf eine gute Marktstrategie, die das Fleisch aus dem Meer unter die Leute bringen soll. Dazu gehöre auch, den potenziellen Abnehmern klarzumachen, dass Walfleisch zur Kultur Japans gehöre. „Außerdem ist Walfleisch sehr gesund“, behauptet Kubo.

Zu den bisher eingesetzten Marktstrategien zählen Anzeigen in Tageszeitungen, die Verteilung von Flyern und Fotos von Fangexpeditionen in den Medien.

Walfang zwischen Juli und Dezember

Das japanische Fischereiministerium hat bekannt gegeben, dass zwischen Juli und Dezember 150 Brydewale, 52 Zwergwale und 25 Seiwale gefangen werden dürfen.

Offenbar hält sich das Ministerium an Richtwerte der IWC und betont, dass ihm die Nachhaltigkeit wichtig sei.
(Quelle: Frankfurter Rundschau)

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