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Treibjagd der Buckelwale


Auch Buckelwale veranstalten Treibjagden. Dabei breiten sie ihre Flipper (Brustflossen) aus, um Beutetiere am Entkommen zu hindern.

Buckelwal im Ozeaneum (Foto: Susanne Gugeler)

Erst vor Kurzem habe ich über den Blasenvorhang berichtet, den Buckelwale um einen Schwarm Fische oder Krill ziehen. Aus diesem „Gefängnis“ kann keiner entkommen …

Flipper werden zum Jagen eingesetzt

In der Süddeutschen Zeitung wurde am 21. Oktober 2019 eine weitere Fangmethode vorgestellt.

Die Flipper der Buckelwale sind auffällig lang. Sie dienen dem Beschleunigen, der Steuerung und der Stabilisierung.

Doch manche Meeressäuger setzen die Brustflossen auch dafür ein, um Beutetiere am Fortschwimmen zu hindern. Auch können sie mit den „Paddeln“ Meerwasser nach vorne schaufeln. So entsteht eine Strömung, die ihnen die Beute direkt ins Maul spült.

Außerdem wurden Buckelwale dabei beobachtet, wie sie eine Brustflosse so drehten, dass die weiße Unterseite zur Beute hin zeigte. Das Meeresgetier schwimmt dann von der Flosse weg direkt ins Maul der Wale. Das machen offenbar vor allem junge Lachse, weil sie die Helligkeit (in diesem Fall die weiße Färbung der Flosse) meiden.

Pectoral herding: an innovative tactic for humpback whale foraging from Madison Kosma on Vimeo.

Ausgeklügelte Jagdstrategie

Die Wissenschaftlerin Madison Kosma hat sich genau mit dem Gebrauch der Flipper auseinandergesetzt und die Buckelwale dabei beobachtet, wie sie diese unterschiedlich einsetzen.

Das, was zunächst wie zielloses Flossenschlagen aussah, erwies sich als ausgeklügelte Jagdstrategie.

Filmaufnahmen in der Nähe einer Lachsfarm

Gefilmt und fotografiert wurden die Buckelwale drei Jahre lang vor der Küste Alaskas bei einer Lachsfarm. Dort verbrachten die Tiere die Sommer und fraßen die jungen Fische, welche die Farmer ins offene Meer entließen.

Doch als allgemeine Jagdstrategie kann die Flossenjagd nicht gewertet werden. Kosma und ihre Kollegen beobachteten dieses Verhalten lediglich an zwei Tieren.
(Quellen: Süddeutsche Zeitung und nationalgeographic.com)

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