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Parasiten im Darm von Delfinen


Wer genüsslich sein Sushi-Gericht verspeist, denkt bestimmt nicht an Darmparasiten … Doch diese werden vermehrt in Meeresfischen gefunden.

Würmer in Pottwal-Magen
(Foto: Gudrun Behrmann)

In den vergangenen Jahren ist ihr Vorkommen um das 283-Fache gestiegen.

Es handelt sich um Anisakis-Würmer, die die sogenannte Heringswurmkrankheit auslösen können. Diese äußert sich beim Menschen durch Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Fische, die zur Herstellung von Sushi-Gerichten verwendet werden, werden zuvor auf diese Fadenwürmer kontrolliert. Man kann die Parasiten sogar mit bloßem Auge erkennen.

Vom Krebstier über den Fisch zum Delfin

Um der Belastung von Meeresfischen durch diese Wurmart auf den Grund zu gehen, wurden zwischen 1967 und 2017 56.778 Fische unter die Lupe genommen.

Dabei wurden vor allem die Fadenwurmgattungen Anisakis und Pseudoterranova entdeckt.

Die Parasiten werden im Ei-Stadium von kleinen Krebstieren gefressen. Werden diese wiederum von Kopffüßern, Fischen oder anderen Zwischenwirten aufgenommen, entwickeln sich die Eier zu Wurmlarven. In Meeressäugern reifen diese dann im Darm zu Fadenwürmern heran und vermehren sich. (Anmerkung: Die Würmer, die man oben auf dem Foto sieht, sind keine Faden-, sondern Bandwürmer.)

Während die Anzahl der Anisakis-Würmer zwischen 1978 und 2015 enorm angestiegen ist, blieb sie bei den Pseudoterranova-Würmern gleich.

Entwicklungsschub durch Klimawandel

Frühere Studien haben gezeigt, dass eine Erwärmung des Wassers das Wachstum der Parasiten begünstigt und ihre Reifezeit verkürzt. Kommt dazu noch ein vermehrter Eintrag von Nährstoffen in Form von Düngemitteln ins Meer, erfahren die Würmer einen enormen Entwicklungsschub.

Ein weiterer Faktor, der für den Anstieg des Anisakis-Vorkommens eine wichtige Rolle spielt, ist die Erholung bestimmter Meeressäugetierarten. Je mehr Wale, Delfine und Robben es gibt, desto mehr Fadenwürmer finden einen Wirt.

Parasiten können jahrelang im Darm überleben

Es ist nicht bekannt, ob und wie die Würmer bestimmten Meeressäugern schaden. Forscher haben jedoch herausgefunden, dass die Parasiten jahrelang in deren Körpern überleben können. Eine Beeinträchtigung der Gesundheit kann zumindest angenommen werden.
(Quelle: scinexx.de)

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