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Ultraschall bei Delfinen


Wissenschaftler der National Marine Mammal Foundation haben die bisher fortschrittlichste Ultraschalltechnik für Delfine und Wale, die in menschlicher Obhut oder in freier Wildbahn leben, entwickelt.

Sunny und Nami aus dem Nürnberger Tiergarten
(Foto: Rüdiger Hengl)

Probleme in der Schwangerschaft können erkannt werden

Die Technik ermöglicht es Tierärzten, Probleme bereits im ersten Schwangerschaftsdrittel bei Delfinen zu diagnostizieren, sodass sie – wenn nötig – die Möglichkeit haben, medizinisch einzugreifen.

Um zu Erkenntnissen über die Delfin-Schwangerschaft zu kommen, untersuchten die Forscher 16 gesunde Schwangerschaften bei Delfinen, die in menschlicher Obhut leben. Insgesamt wurden 203 Ultraschalluntersuchungen ausgewertet.

Normal ist es – laut Forrest Gomez, NMMF-Direktor für Medizin und Mitautor der Studie – dass die Dicke von Uterus und Plazenta mit jedem Drittel der Schwangerschaft signifikant zunimmt. Dies sei ein wichtiger Befund, da Plazentainfektionen und Anomalien bei Delfinen eine Frühgeburt auslösen können.

Test kann in wenigen Minuten durchgeführt werden

Die neue nicht-invasive Ultraschalltechnik kann in wenigen Minuten durchgeführt und somit auch bei Wildpopulationen angewendet werden.

Die Forscher sagen, dass sogar ein einziger Ultraschall aus der gesamten Schwangerschaft eines wilden Delfins wertvoll ist, um sich ein Bild über die reproduktive Gesundheit bestimmter Gruppen machen zu können.

Ausschlag gab die Ölpest

Die Studie gehörte zu einer Reihe von Untersuchungen, die etwas über die langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen der Ölpest Deepwater Horizon vor zehn Jahren aussagen sollten.

Ein besseres Verständnis über die Schwangerschaft der Delfine lässt mögliche kurz- und langfristige Prognosen zu Auswirkungen von Umweltkatastrophen und menschlichen Aktivitäten zu.

„Umweltkatastrophen wirken sich auf unterschiedliche Weise auf wild lebende Tiere und die Umwelt aus“, sagt Gomez. „Die Folgen von Deepwater Horizon führten zu einer erheblichen Verringerung des Schwangerschaftserfolgs bei Großen Tümmlern, die innerhalb der Ölverschmutzungsregion leben. Die Möglichkeit, Ursachen für ein Fortpflanzungsversagen bei diesen Delfinen zu untersuchen, gibt Wissenschaftlern Hinweise darauf, wie sich Öl auf die Gesundheit weiblicher Delfine und die allgemeine Fortpflanzungsrate der Population auswirkt. “
(Quelle und weitere Informationen: Advanced Ultrasounds Can Save Dolphin Pregnancies, Even in the Wild)

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