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Fütterung während Corona


Im Ecomare auf Texel (Niederlande) leben neben verschiedenen Robbenarten auch die Schweinswale Michael und Dennis.

Schweinswal-Fütterung im Ecomare auf Texel
(Foto: Rüdiger Hengl)

Beide strandeten als Jungtiere und wurden im Schutzzentrum aufgenommen.

Das Jagen ist nicht angeboren

Da Waltiere das Jagen erst lernen müssen und die Lehrmeisterinnen (also die Mütter von Michael und Dennis) verschwunden waren, haben die Betreuer im Ecomare die Fütterung übernommen.

Leider können die beiden Schweinswale nicht zurück in ihren Lebensraum gebracht werden, weil sie dort verhungern würden.

Pawlowscher Reflex

Tierpflegerin Annemieke Ran hat während der Corona-bedingten Schließung des Schutzzentrums interessante Beobachtungen gemacht.

Fünfmal am Tag werden im Normalfall die Fütterungspräsentationen für die Besucher angekündigt.

Michael und Dennis wissen ganz genau, dass die Lautsprecherdurchsage eine Einladung zur Fütterung bedeutet. Sie werden unruhig und erwarten, dass die Tierpfleger gleich auftauchen. Dieses Verhalten nennt man Pawlowschen Reflex (Nahrung und Geräusch werden miteinander verbunden).

Als die Lautsprecher für einige Wochen verstummt waren, reagierten die Schweinswale auf andere „Futterankünder“ – wie den Futterwagen und die Möwen.

Die Fütterungen fanden weiterhin mehrmals am Tag statt, doch – im Unterschied zu sonst – nicht zu festen Zeiten und ohne Präsentation.

Besucher verteilen sich über das ganze Areal

Seitdem das Ecomare wieder geöffnet hat, übernehmen nun mehrere Pfleger die Fütterung bei den Schweinswalen und Robben. Im Unterschied zu früher werden die Tiere jetzt gleichzeitig gefüttert.

So verteilen sich die Besucher im gesamten Außenbereich, was wegen einer möglichen Verbreitung des Coronavirus auch gefordert wird.

Medical Training

Bei der Fütterung der Schweinswale überprüfen die Pfleger auch deren Gesundheitszustand. Zu diesem Zweck müssen die Tiere auf Kommando verschiedene Übungen ausführen. Sie zeigen zum Beispiel die Fluke, sie öffnen das Maul und sie drehen sich auf den Rücken.

Da die Präsentationen nicht mehr angekündigt werden, können die Besucher zufällig Zeugen dieses Medical Trainings werden.

Wer beobachtet wen?

Annika erzählt, dass die Schweinswale (und Ringelrobben) es offenbar sehr genossen, als nach zwei Monaten Schließung wieder Besucher vor ihren Becken auftauchten. Sie beobachteten die Menschen sowohl über der Wasseroberfläche als auch unter Wasser an den Scheiben.

Da nur eine begrenzte Anzahl an Besuchern gleichzeitig in das Gebäude (und auf die Außenanlage) dürfen, hat jeder einzelne eine große Chance die Aufmerksamkeit von Michael und Dennis zu bekommen. Nicht nur die beiden Wale werden also beobachtet, sondern auch die Zweibeiner …
(Quelle: Ecomare)

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