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Viele Schweinswal-Strandungen


So viele gestrandete Glattschweinswale (Neophocaena phocaenoides) wurden in Hongkong noch nie gemeldet wie 2019.

Glattschweinswal
(Foto: Dorothee Jokiel)

Über 40 tote Tiere wurden 2019 gefunden

Über 40 tote Tiere wurden entdeckt.

Durchschnittlich verendeten an der Küste von Hongkong elf Glattschweinswale im Jahr. Ab 1990 stieg die Zahl auf 24. Seit 2006 gab es insgesamt 318 Todfunde.

Die letzte Bestandsaufnahme lebender Glattschweinswale stammt von 2002. Da konnten 200 Tiere gezählt werden.

Vulnerable

Die Meeressäuger werden sowohl im Persischen Golf als auch an der Küste Chinas beobachtet. Ihr Hauptaufenthaltsort in Hongkong ist Lamma Island.

Der Bestand der Glattschweinswale gilt auf der Roten Liste der IUCN (International Union for Conservation of Nature) als verwundbar (vulnerable).

Ihre Hauptbedrohungen sind allesamt menschengemacht: Zusammenstöße mit Schiffen, Ersticken in Fischernetzen und Krankheiten durch verschmutzte Meere.

Todesursache nur bei 10 % bekannt

Bei Frischfunden kann man feststellen, woran die Tiere gestorben sind. Sie weisen Verletzungen auf, die von Kollisionen oder Netzmarken herrühren. Doch viele Schweinswale sind schon so weit verwest, dass keine Todesursache mehr festgestellt werden kann. Manche Wale haben keinen Kopf mehr, wenn sie gefunden werden.

Loretta Kwok von der Ocean Park Conservation Foundation Hong Kong bedauert, dass nur bei ca. zehn Prozent der Wale die Todesursache bestimmt werden kann. Leider lässt die geringe Zahl keine Schlussfolgerung über eine allgemeine Bedrohung zu, die dann minimiert oder verhindert werden könnte.

Nachweis ist schwierig

Laut einer Wildtierschutzverordnung in Hongkong müssen Fischer, bei denen ein Schweinswal ins Netz gerät, nachweisen, dass sie das Tier versehentlich gefangen haben. Doch da der Beweis sehr schwierig ist, kann man davon ausgehen, dass viele Fischer Beifänge gar nicht melden.

Eine Änderung des Gesetzes könnte dazu beitragen, die Fischer zur Mithilfe bei der Beifangreduzierung zu bewegen.

Beobachter an Bord wären sinnvoll, sind aber sehr kostspielig. Eine Ausstattung mit Überwachungskameras dagegen ist preiswerter und könnte den Beifang dokumentieren.

Neben dem Glattschweinswal kommt an der Küste Hongkongs noch der Chinesische Weiße Delfin vor.
(Quellen: Why are porpoise deaths on the rise in Hong Kong? und oceansasia.org)

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Glattschweinswale im Jangtse

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