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Beute wird nicht betäubt


Forscher hatten am Rostrum (schnabelartige Verlängerung des Mauls) eines Pottwals Sensoren angebracht, die Aufschluss über den Lautausstoß des Meeressäugers gaben.

Großer Pottwalbulle
(Foto: Roland Edler)

Hören mit den Ohren des Wals

Die Wissenschaftler hörten auf diese Weise quasi mit den Ohren des Wals, weil das Gerät das Echo der Klicks aufnahm. 230 Dezibel laut sind die Klicks der Riesen. Mit ihrer Hilfe orientiert sich der Pottwal und spürt seine Beute – meist Tintenfische – auf.

Bei der Untersuchung kam heraus, dass der Pottwal noch Schallechos seines Klicksonars aus rund 250 Meter Entfernung auffängt.

Intensivbeschallung beginnt in großem Abstand

Der Pottwal nähert sich den Tintenfischen auf eine Entfernung von 24 Metern und beginnt dann seine Intensivbeschallung. Diese besteht aus vielen aufeinanderfolgenden Klicks, dem Summen. So erhält der Jäger ein genaues Bild von seiner Beute.

Delfine schwimmen bei der Jagd viel dichter an ihre Beute heran und starten mit der Intensivbeschallung erst eine halbe bis eine ganze Körperlänge von den anvisierten Fischen. Allerdings sind die kleinen Meeressäuger auch viel wendiger als der riesige Pottwal. So muss der Koloss bei der Jagd wahrscheinlich viel vorausschauender vorgehen, da er nicht so schnell auf eine Richtungsänderung seiner Beute reagieren kann wie ein Delfin.

Pottwale betäuben ihre Beute nicht mit dem Schall

Man kann immer wieder lesen, dass Pottwale mithilfe ihrer lauten Klicks Beutetiere betäuben. Doch dem ist offenbar nicht so.

Je näher Pottwale an ihrer Beute sind, desto mehr nimmt der Druck der Beschallung ab. „Das Maximum des bei der Beute ankommenden Schalls liegt weit unterhalb der Schalldruckstärken, die in Experimenten das Verhalten von Tintenfischen beeinflusst haben“, berichteten die Forscher.
(Quellen: Biology Letters und scinexx.de)

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