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Finnwale und Erdbebenforschung


Finnwale sind nicht nur die zweitgrößten Lebewesen der Welt, sondern sie haben auch ein enormes Stimmvolumen.

Finnwale
(Foto: Rüdiger Hengl)

Gesänge sind mehrere 100 Kilometer weit zu hören

Ihre Gesänge gehören zu den lautesten natürlichen Geräuschen in den Ozeanen. Sie sind sogar noch in mehreren 100 Kilometern Entfernung zu hören.

Im Rahmen der Studien für seine Doktorarbeit zur ozeanischen Seismologie hat Václav Kuna von der Oregon State University herausgefunden, dass Seismometer, die eigentlich zur Erforschung und Vorhersage von Erdbeben eingesetzt werden, auch auf die Schallwellen der Finnwale reagieren.

Echos der Finnwale wurden registriert

54 seismische Stationen, die auf dem Meeresboden vor der Küste Oregons zwischen 2012 und 2013 installiert wurden, reagierten nicht nur auf den Widerhall der zur Erforschung der ozeanischen Erdkruste eingesetzten Schallkanonen. Es gab noch andere Signale. Dabei handelte es sich sowohl um direkt von den Finnwalen ausgestoßene Laute als auch um deren Echos. Auf jeden Laut der Wale gab es quasi eine Antwort der Erdkruste.

„Die Schallwellen dieser Rufe dringen auch in den Untergrund ein und werden von verschiedenen Lagen in der ozeanischen Kruste zurück an die Oberfläche des Meeresbodens reflektiert. Dort fangen wir sie mit unseren seismischen Stationen auf“, berichtete Kuna. Die tiefsten Töne der Finnwale drangen bis zu zweieinhalb Kilometer in den Meeresboden ein.

Walgesänge zur Erforschung der Erdkruste

Kuna kann sich vorstellen, dass mithilfe der Walgesänge die Dichte des Meeresbodens vermessen werden kann. Damit könnte der Ursprung von Erdbeben präziser lokalisiert werden und es könnten neue Einblicke in die Erdkruste erlangt werden. Es ist auch vorstellbar, die Laute anderer Walarten zu nutzen, die in einer anderen Frequenz singen. Somit könnten weitere Bereiche des Meeresbodens ausgeleuchtet werden.
(Quellen und weitere Infos unter wissenschaft.de und deutschlandfunk.de)

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