Viele Menschen in Deutschland (und auch weltweit) fiebern mit dem Schicksal des an der Ostseeküste gestrandeten Buckelwals mit.
Doch in den Walfangländern wie Norwegen oder Island hält sich das Mitgefühl für die großen Meeressäuger in Grenzen. Dort verlieren Hunderte Individuen jedes Jahr tragisch ihr Leben.
In Norwegen bis jetzt bereits 45 getötete Wale
Trotz des seit 1986 geltenden globalen Verbots wird in Europa weiterhin kommerzieller Walfang betrieben. In Norwegen hat die Saison bereits mit deutlich höheren Fangzahlen als im Vorjahr begonnen. 45 Zwergwale verloren bisher ihr Leben.
Island bereitet Schiffe für Walfang vor
Berichten zufolge bereitet das einzige Finnwalfangunternehmen des Landes nach zwei ausgefallenen Saisonen bereits seine Schiffe vor.
Ende 2024 wurden in Island Walfanggenehmigungen für die Tötung von 209 Finnwalen und 217 Zwergwalen pro Jahr (2025–2029) ausgestellt. Das sind über 2.100 Tiere im Rahmen der bestehenden Fünfjahresgenehmigung.
Harpunen mit Sprengladungen
Beim kommerziellen Walfang werden Harpunen mit Sprengladungen eingesetzt, die die Tiere sofort töten sollten.
2022 starben 41 Prozent der Wale jedoch nicht sofort. 73 Prozent der getöteten Finnwale waren weiblich, elf sogar trächtig. Eine Walkuh säugte noch und ihr Kalb wurde zurückgelassen.
Viele Isländer lehnen Walfang ab
Mehr als die Hälfte der isländischen Bevölkerung lehnt den kommerziellen Walfang ab und die heimische Nachfrage nach Walfleisch ist gering. Es ist die Entscheidung eines einzigen Unternehmens, gegen den Willen der eigenen Gesellschaft.
(Quelle: OceanCare)
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