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Klick-Dialekte bei Pottwalen im Mittelmeer


Pottwale vor Griechenland klicken anders als ihre Artgenossen vor den Balearen.

Neugieriger Pottwal
(Foto: Susanne Gugeler)

Lautunterschiede

Pottwale kommunizieren mit Klicklauten. Biologen gingen bisher davon aus, dass die Tiere im gesamten Mittelmeer die gleiche Sprache benutzen.

Doch eine Studie hat ergeben, dass es Lautunterschiede gibt.

Forschende werteten über 5.000 Klickfolgen (sogenannte Codas) aus, die zwischen 2003 und 2021 an insgesamt 112 Tagen rund um die Balearen und im Hellenischen Graben im Bereich der griechischen Inseln aufgezeichnet wurden.

Drei + eins

Die Untersuchung der Laute hat ergeben, dass die balearischen Pottwale vor allem drei aufeinanderfolgende Klicks benutzen, denen nach einer kurzen Pause noch ein weiterer Klick angeschlossen wird.

Die griechischen Pottwale gaben ihre vier Klicks deutlich schneller von sich oder fügten weitere Klicks hinzu.

Neuer Dialekt wurde entwickelt

Doch die Pottwale vor Griechenland beherrschten auch die langsamere Abfolge der balearischen Artgenossen. Andersherum wurde die Beobachtung jedoch nicht gemacht. Die griechischen Pottwale könnten also im Lauf der Zeit einen neuen Dialekt entwickelt haben.

Der langsame Dialekt scheint die ursprüngliche Form zu sein, während der schnelle Dialekt eine jüngere Entwicklung darstellt.

Beide Mittelmeer-Dialekte weisen übrigens eine geringere Vielfalt an Coda-Typen auf als fast alle Clans im Karibischen Meer und im Pazifischen Ozean.

Vom Aussterben bedroht

Pottwale kommen seit 20.000 Jahren im Mittelmeer vor. Momentan wird ihr Bestand auf einige Tausend Tiere geschätzt. Sie sind jedoch durch menschliche Einflüsse vom Aussterben bedroht.
(Quellen: Pottwale im Mittelmeer haben Dialekte entwickelt und Studie Dialect variation in Mediterranean sperm whales shows evidence of cultural evolution in an isolated population)

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