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Delfin sucht Kontakt zu Menschen


Manche Delfine – vor allem Große Tümmler – suchen von sich aus den Kontakt mit Menschen.

Fungi liebte Menschen. (Foto: Rüdiger Hengl)

Vorgestern habe ich über Delfine berichtet, die in menschlicher Obhut gehalten werden. Dabei handelt es sich vor allem um in Delfinarien geborene Tiere. Diese sind mit ihren Betreuern sehr gut vertraut.

Doch es gibt auch viele Beispiele von freilebenden Delfinen, die sich aus eigenem Antrieb Menschen nähern.

Delfinweibchen sucht menschliche Gesellschaft

Seit vergangenem Herbst hält sich ein Delfinweibchen an der französisch-spanischen Grenze in der Bucht des baskischen Badeorts Saint-Jean-de-Luz auf. Es schwimmt zwischen Badegästen und streift am Rand von Stand-up-Paddleboards entlang.

Die Meeresforscherin und städtische Umweltbeauftragte Pascale Fossecave vermutet, dass der Delfin aus seiner Gruppe ausgestoßen wurde. Denn normalerweise schwimmen die Tiere in sogenannten Schulen und nicht alleine.

Tier verliert Fluchtreflex

Doch dieses an sich vertrauensvolle Verhältnis zwischen Mensch und Tier hat seine Kehrseite: In der Nähe der Menschen verliert der Delfin seinen Fluchtreflex. Er ist in Gefahr, von Booten oder Jetskis angefahren zu werden.

Solitärdelfine

Sogenannte Solitärdelfine oder Lone Rangers kommen auf der ganzen Welt vor.

Datenmaterial gibt es vor allem aus Neuseeland, Frankreich, Großbritannien und Irland. Aus Kanada und den USA wurden vermehrt Kontakte mit Belugas gemeldet.

Fungie aus Dingle

Obwohl Große Tümmler normalerweise sehr soziale Tiere sind, können Einzelgänger lange überleben. Viele von euch werden sich an Fungie aus Irland erinnern. Er hatte Jahrzehntelang im Hafen von Dingle Ausflugsboote begleitet und akrobatische Kunststücke vorgeführt, bis er nach 37 Jahren plötzlich nicht mehr gesehen wurde (Stand 2020).

Richtlinien im Umgang mit Delfin

Da der Große Tümmler als geschützte Art gilt, wurden von der Stadtverwaltung in Saint-Jean-de-Luz Richtlinien erhoben: dem Tier darf sich nicht auf weniger als 100 Meter genähert werden. Es ist verboten, mit ihm zu schwimmen, den Delfin zu berühren oder ihn zu füttern. Auch darf er nicht mit einem Boot abgedrängt werden.

Bei einem Verstoß werden Strafen bis zu 750 Euro Bußgeld fällig – für Unternehmen sogar bis zu 3500 Euro.
(Quelle: Frankfurter Rundschau)

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