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Wal-Hund


TUCKER ist ein schwarzer Labrador, wie es viele auf der Welt gibt. Doch dieser Hund ist etwas ganz Besonderes: Er spürt die Ausscheidungen von Orcas (auch Schwertwale genannt) auf, die für ein Forscherteam in den USA von großer Bedeutung sind.

Orca in Vancouver Island (Foto: S. Gugeler)

Mithilfe dieser „Wal-Kacke“ kann nämlich herausgefunden werden, ob es sich um alte oder junge, männliche oder weibliche Tiere handelt, die durchs Meer streifen. Auch kann man feststellen, ob die Orcas Stress haben, wie es mit ihrer Fruchtbarkeit aussieht, ob sie gut im Futter stehen usw.

TUCKER riecht Wal-Kacke

Da die Tiere einen Großteil ihres Lebens unter Wasser verbringen, weiß man nur sehr wenig über die an der Westküste zwischen den USA und Vancouver Island/Kanada lebende Orca-Population. Auch können keine Blutproben entnommen werden, da die Speckschicht der Wale viel zu dick ist.

TUCKER arbeitet für die University of Washington in Seattle. Zuvor saß er als nicht-vermittelbar in einem Tierheim, bis sein außergewöhnliches Talent von einem Forscher entdeckt wurde.

Ohne ihn würden die Wissenschaftler den von den Orcas ausgeschiedenen Kot gar nicht bemerken. TUCKER riecht den Wal-Kot bis fast zwei Kilometer weit und zeigt den Forschern, in welche Richtung sie ihr Boot steuern müssen, um an den begehrten Stoff zu kommen. Je aufgeregter sich TUCKER verhält, umso näher sind die Forscher am Objekt ihrer Begierde.

Orca-Bestand wird immer kleiner

Mithilfe von TUCKERS Spürnase wollen die Forscher herausfinden, warum so viele der Orcas aus dem Gebiet verschwinden. Der Bestand ist seit ein paar Jahren um 20 Prozent geschrumpft. Als Ursache kommen die vielen Whale-Watcher, die hinter den Orcas her sind und sie in Stress versetzen, infrage, aber auch der immer weniger werdende Lachs – Hauptnahrungsmittel der Orcas -, könnte dafür verantwortlich sein, dass die Schwertwal-Population immer kleiner wird. Außerdem machen industrielle und landwirtschaftliche Schadstoffe den Tieren zu schaffen. So wurden im Stuhlgang der Orcas Hormone und Chemikalien gefunden.

Im Moment sind es noch 88 Tiere, die sich zwischen dem Festland der USA und Vancouver Island aufhalten.
(Quelle: The Dog and the Whale und RTL)

Einen Film über TUCKER gibt es bei RTL in der Martin-Rütter-Show (Sendung vom 7. Januar 2012; beginnt bei ca. 28 Minuten).

Zu den MEERESAKROBATEN gehört übrigens auch ein Wal- bzw. Delfin-Hund. Wenn ihr mehr über Chicco erfahren möchtet, dann schaut unter Chicco und die Wale nach.

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