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Walfang auf Indonesisch


Mein Erlebnis mit einem Pottwal im Ligurischen Meer ist gerade mal drei Tage alt. Es war ein unglaublich schönes Gefühl, das größte Raubtier der Erde aus unmittelbarer Nähe betrachten zu können.

Großer Pottwalbulle (Foto: Roland Edler)

Großer Pottwalbulle
(Foto: Roland Edler)

Heute lese ich nun bei spiegel.de, dass Pottwale von den Einwohnern der indonesischen Insel Lembata auf traditionelle Weise getötet werden. Ihr Bezug zu diesem Meeresgiganten ist ein ganz anderer als der eines Walbeobachters.

Die Pottwale werden auf traditionelle Art gefangen

Etwa zwölf Männer fahren mit einem kleinen Boot, das ohne Nägel gebaut wurde, hinaus aufs Meer. Der Harpunenwerfer hält nach einem Pottwal Ausschau. Er krallt sich mit seinen Füßen an einer Leiter, die waagerecht über den Bug des Bootes ragt, fest und sticht im richtigen Augenblick mit einem Bambusstock, an dem eine Harpune angebracht ist, zu.

Die getöteten Pottwale werden an Land mit Messern zersäbelt. Die Frauen von Lamalera (ein 1.800 Einwohner zählendes Fischerdorf auf Lembata) verteilen Fleisch und Speck in bereitgestellte Wannen und Eimer.

Die Wale sichern das Überleben der Dorfbewohner

„Ohne die Wale würde dieses Dorf sterben“, erklärt der Erdkundelehrer Frans Keraf den Walfang in Lamalera. „Sie sind ein Geschenk von Gott.“ Das Fleisch und der Speck werden gegessen und auf dem Markt gegen andere Lebensmittel getauscht. Das Walöl dient zum Braten. Das Öl aus dem Walherzen bekommen die Babys löffelweise eingeflößt.

Die Augen des Pottwals sind tabu. Sie zu berühren, bringe Unglück sagen die Einwohner von Lamalera.

In Lamalera werden jährlich höchstens 50 Wale getötet. Manchmal sind es auch nur zwei oder drei Tiere. Neben Pottwalen werden auch Schwert- und Grindwale sowie Mantas und Marline gejagt.

Die Menge der getöteten Pottwale ist verschwindend klein, wenn man sie mit den Fangzahlen der 1950er-Jahre vergleicht. Da wurden weltweit pro Jahr 25.000 Pottwale getötet. Die Jagd auf Pottwale ist seit 1986 verboten.

Die Jagd auf Pottwale ist verboten

Die Internationale Walfang-Kommission (IWC), die dieses Verbot (Moratorium) aussprach, genehmigt indigenen Völkern eine kleine Anzahl an Walen, die diese pro Jahr für den Eigenbedarf töten dürfen. Das Inselvolk von Lembata ist offiziell nicht in diese Ausnahmeregelung mit einbezogen, da Indonesien der Walfang-Kommission nicht beigetreten ist. Doch der Walfang wird auch auf Lembata von der IWC und vom WWF geduldet.

Das Meer rächt sich

Die Inselbewohner sind gottesfürchtig und abergläubisch. Sie sind der festen Meinung, dass man sich erst mit seiner Familie versöhnen müsste, bevor man aufs Meer fährt. Sonst könnte sich das Meer rächen und einen Walfänger töten.

Walfang mit vollem Körpereinsatz

Die Jagdsaison beginnt immer am 1. Mai. Die Männer von Lamalera wahren ihre Tradition, obwohl sie auch Motorboote besitzen. Diese dienen jedoch lediglich dazu, die traditionellen Walfangboote hinaus aufs Meer zu schleppen. Wird ein Wal gesichtet, so rudern die Männer ihm mit reiner Körperkraft hinterher.
(Quelle: Im Dorf der Walfänger)

Lesetipps und Fotos zum Thema

* Pottwal-Skelett
* Pottwal-Galerie
* Pottwal wird zerlegt
* Mann im Pottwal
* Ungewöhnliche Begegnung mit einem Pottwal
* und unter dem Suchbegriff Pottwal

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