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Tiefstand bei den Maui-Delfinen


Die Zahl der kleinsten und seltensten Meeresdelfine der Welt, der Maui-Delfine, hat einen historischen Tiefstand erreicht: Nach neuesten Berechnungen existieren weltweit nur noch zwischen 43 und 47 der bedrohten Kleinwale, darunter nur noch etwa zehn gebärfähige Weibchen.

Es gibt nur noch ganz wenige Maui-Delfine. (Foto: Barbara Maas/NABU)

Es gibt nur noch ganz wenige Maui-Delfine.
(Foto: Barbara Maas/NABU)

Naturschützer schlagen darum Alarm.

Auf dem derzeit in San Diego tagenden Wissenschaftsausschuss der Internationalen Walfangkommission (IWC) stellen NABU International und die weltweit führende Maui-Delfin-Expertin, Prof. Liz Slooten, die aktuellen Zahlen vor und warnen: Sollte sich nichts an den derzeitigen Schutzmaßnahmen ändern, könnten die extrem seltenen Delfine bereits in 15 Jahren ausgestorben sein.

Delfine leben ausschließlich in flachen Gewässern Neuseelands

Maui-Delfine sind eine Unterart der Hector-Delfine und leben ausschließlich in den flachen Küstengewässern Neuseelands in einer Tiefe von 100 Metern. Damit trägt Neuseeland die Verantwortung für die Tiere, der das Land bisher jedoch nicht nachkommt.

Thomas Tennhardt, Vorsitzender der NABU International Naturschutzstiftung, sagt: „Die Wissenschaftler der IWC fordern die neuseeländische Regierung seit drei Jahren auf, die Maui-Delfine endlich durch ein lebensraumweites Verbot von Schlepp- und Stellnetzen vor dem endgültigen Aussterben zu bewahren. Doch Neuseeland stellt sich aus rein wirtschaftlichen Gründen bis zum heutigen Tag stur – und nimmt damit bewusst das Aussterben der Delfine in Kauf.“

Bestand ist um 97 Prozent gesunken

Seit den 1970er-Jahren ist die Zahl der Maui-Delfine infolge von Fischerei um 97 Prozent gesunken. In den Jahren 2010/2011 gab es nur noch etwa 60 Maui-Delfine.

Trotz ihrer alarmierend geringen Anzahl sind nur 19 Prozent ihres Lebensraumes gegen Stellnetze und weniger als fünf Prozent gegen Schleppnetzfischerei geschützt. Daher verenden immer wieder Delfine als Beifang. Zusätzlich bedrohen seismische Tests sowie Öl- und Gasförderungen den winzigen Restbestand der Tiere, der bis heute weiter sinkt.

Artenschutz muss vor wirtschaftlichen Interessen stehen

Da Maui-Delfine nur einen menschenverursachten Todesfall in zehn bis zwanzig Jahren verkraften können, ist sofortiges Handeln gefragt. „Die neuen Daten sind eine eindringliche Warnung: Neuseeland muss seine Haltung, die die Interessen der Fischereiindustrie über die des Artenschutzes stellt, endlich ablegen und den gesamten Lebensraum der Maui-Delfine konsequent vor schädlichen Fischfangmethoden, seismischen Tests sowie Öl- und Gasförderungen unter Schutz stellen. Ansonsten ist das Aussterben der Delfine lediglich eine Frage der Zeit“, so Barbara Maas, Artenschutzexpertin der NABU International Naturschutzstiftung.

Stattdessen versuche die neuseeländische Regierung eine Schutzgebietserweiterung von drei Prozent als Erfolg für den Artenschutz zu verkaufen und mit einem nutzlosen fünfjährigen Forschungsprogramm Zeit zu schinden.

Würden die Maui-Delfine fortan vor menschenverursachten Todesfällen geschützt, könnte ihre Zahl innerhalb von 87 Jahren auf 500 Tiere anwachsen. Damit gälte die Population nicht mehr als akut vom Aussterben bedroht und könnte sich nach und nach erholen.
(Quelle: Pressemitteilung des NABU)

Wer mehr über die Maui- und Hector-Delfine in Neuseeland erfahren möchte, kann der Facebook-Gruppe von Barbara Maas beitreten.

Ein Kommentar

  1. Da haben wir (mal wieder!!!) den Salat!

    Ich kann mich nicht erinnern, dass die neuseeländische (!!!) Cetaceen-„Expertin“ Dr. Ingrid Visser sich zu dieser Problematik der hochgradig von der Ausrottung bedrohten Maui-Delfine einmal ähnlich öffentlichkeitswirksam geräuspert hätte, wie sie es unsachlich polemisierend gegen die Cetaceen-Haltung im vorbildlich geführten Loro Parque („Morgan“…) oder auch bei Sea World immer wieder tut.

    Anstatt sich um die wahren Natur- und Artenschutzprobleme zu kümmern, und dabei übrigens auch den Schulterschluss zu den sich als Partner und wirksamer Multiplikator in diesen Fragen anbietenden zeitgemäß wissenschaftlich geführten Zoologischen Gärten zu suchen, üben sich fanatische Tier“schützer“, wie Frau Visser, lieber in Spiegelfechtereien im Sinne eines der Problematik bei weitem nicht gerecht werdenden überzogenen angeblichen Tier“schutzes“ pauschal gegen unsere Zoologischen Gärten und Delfinarien!

    Es ist ein Wahnsinn, wenn man sieht, wieviel überflüssige Energie engagierten Tiergärten bei der Abwehr derartiger unsachlicher Angriffe immer wieder verloren geht, die im Engagement für den Natur- und Artenschutz sowie einen Tierschutz mit Augenmaß (!!!) sehr viel wirkungsvoller investiert werden würde!

    Ein Beispiel dafür gibt der aufgrund seines vorbildlichen Engagements im Natur-, Arten- und Tierschutz von mir besonders geschätzte Begründer und Präsident des Loro Parque und der Loro Parque Fundacion, Wolfgang Kiessling, auf der Homepage des Loro Parque, der sich aktuell einmal mehr zu derartigen unsachlichen Angriffen geäußert hat:

    http://blog.loroparque.com/?lang=de

    Es bleibt zu hoffen, dass insbesondere die Vertreter der pragmatisch engagierten NGOs ihrer besonderen Verantwortung für den Erhalt der biologischen Vielfalt gerecht werden und nicht jedem Tier“schutz“extremisten Beifall klatschen, sondern das konstruktive Miteinander mit den zeitgemäß geführten Zoologischen Gärten suchen! Gemeinsam können und sollten wir uns auch für den KONSEQUENTEN Schutz der letzten Maui-Delfine stark machen, denn es ist ganz kurz vor Zwölf!!!!

    In diesem Sinne beste Grüße aus dem Vogel- und NaturschutzTierpark Herborn,

    Wolfgang Rades

    geschrieben von Wolfgang Rades

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