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Alarmierendes Baby-Wal-Sterben


An der patagonischen Küste Argentiniens wurden in letzter Zeit erschreckend viele tote Glattwale angespült. 90 Prozent der Tiere waren Kälber unter drei Monaten.

Südlicher Glattwal (Foto: Wikipedia/Michael Catanzariti)

Südlicher Glattwal
(Foto: Wikipedia/Michael Catanzariti)

Seit zehn Jahren werden offenbar immer mehr tote Wale an der Küste der Halbinsel Valdes Peninsula gefunden. Jährlich sind es durchschnittlich 65 Tiere.

Zusammenhang mit Algenblüte

Forscher sehen einen Zusammenhang zwischen den toten Walen und der toxischen Alge Pseudo-nitzschia. Diese verbreitet sich in manchen Jahren extrem stark. Ihr Nervengift lagert sich in Fischen und anderen Meeresbewohnern an. Es kann zu Krampfanfällen und schließlich zum Tod führen.

Ansammlung von Walen in warmen Buchten

Gefunden wurden die toten Wale an der Küste der Halbinsel Valdes Peninsula. Sie zeichnet sich durch warme und ruhige Buchten aus, in denen die Südlichen Glattwale (auch Südkapern genannt) ihre Jungen gebären.

Südliche Glattwale erreichen eine Länge von bis zu 18 Metern und ein Gewicht von bis zu 80 Tonnen, wobei Weibchen etwas größer als Männchen werden. Wie alle Glattwale sind sie durch den großen Kopf (der rund ein Drittel der Körperlänge ausmacht) und durch das Fehlen der Finne gekennzeichnet.

Die Wildlife Conservation Society bezeichnet die Lage als „umfangreichstes Walsterben der Geschichte“. Ein Drittel der Geburten eines Jahres werde dahingerafft.

Südlicher Glattwal (Foto: Wikipedia/Michael Catanzariti)

Südlicher Glattwal
(Foto: Wikipedia/Michael Catanzariti)

Auch in Alaska tote Wale und Algen

Auch bei 30 toten Finnwalen, die im August 2015 in Alaska gefunden wurden, wird eine Verbindung zwischen Algen und dem Ableben der Wale vermutet. Beweisen konnte man diesen Zusammenhang allerdings noch nicht.

Forscher befürchten, dass wir in den kommenden Jahren immer öfter mit Massensterben konfrontiert werden, da die durch den Klimawandel verursachte Erwärmung der Ozeane ein vermehrtes Algenwachstum mit sich zieht.

Möwen werden zur Plage

Eine weitere Gefährdung für die Wale der Halbinsel Valdes Peninsula sind Möwen. Sie haben in den letzten 30 Jahren begonnen, sich von den Südkapern zur ernähren.

Die Vögel landen auf den Walen und picken Parasiten, lose Stückchen Haut, aber auch gesunde Fleischstücke von bzw. aus den Walen.

Die Möwen sind für die Wale, die in der Region ihren Nachwuchs großziehen, zu einer Plage geworden. Die Wale tauchen viel häufiger als gewöhnlich, um sich vor den Möwen in Sicherheit zu bringen, und benötigen dadurch viel Energie; gerade die Walmütter würden für die Aufzucht ihrer Kälber viel Ruhe benötigen.

Zudem konzentrieren sich die Möwen auf die Walmütter und ihre Kälber, die viel häufiger an die Wasseroberfläche kommen müssen als die anderen Wale.

Baggerschaufel voller Plastikmüll

Aber auch Plastikmüll macht den Walen weltweit immer mehr zu schaffen. So fanden in Taiwan Meeresbiologen bei einer Autopsie eines gestrandeten Pottwals eine Baggerschaufel voll mit Plastiktüten und Fischernetzen.
(Quellen: netzfrauen.org, Marine Mammal Science und Wikipedia)

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