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Delfinfleisch-Völlerei in Taiji


Wie man in CetaJorunal.net (deutsche Version hier) lesen kann, besuchten vor Kurzem etwa 100 Abgeordnete der japanischen Liberaldemokratischen Partei LDP den Fischerort Taiji.

Auch in Tokio wird Walfleisch verkauft.
(Foto: S. Gugeler)

Treibjagd macht 0,01 Prozent des japanischen Fischereieinkommens aus

In Taiji findet Jahr für Jahr zwischen September und März die Delfin-Treibjagd statt. Neun verschiedene Arten werden von einem Dutzend Fischerbooten eingekreist und in die „Todesbucht“ gedrängt. Dort werden die meisten von ihnen getötet, ein paar wenige werden aussortiert und an asiatische Meeresparks verkauft. Mit ihrem Fang erzielen die Jäger laut CetaJournal 0,01 Prozent des gesamten Fischereieinkommens.

Streifendelfine (auch Blau-Weiße-Delfine genannt) werden nur wegen ihres Fleisches gejagt. Pro Tier erhalten die Jäger mehrere 100 US-Dollars. Pazifische Große Tümmler dagegen, die für asiatische Meeresparks gefangen werden, bringen pro Tier mehrere Zehntausend Dollars ein.

(Anmerkung MEERESAKROBATEN: In der aktuellen Saison sind ca. 600 Delfine geschlachtet worden. Diese Tiere brachten den Fischern also über 100.000 US-Dollar ein. Dagegen stehen ca. 100 Lebendfänge, die den Fischern etwa 1.000.000 US-Dollar einbringen werden.)

Wal-Gipfel mit viel Delfin- und Walfleisch

Während des zweitägigen „Wal-Gipfels“ wohnten die Abgeordneten einer Treibjagd bei, bekamen Informationen über den Delfin- und Walfang und wurden üppig mit Wal- und Delfinfleisch verköstigt.

Bereits in den 1980er-Jahren wurde protestiert

Die etwas mehr als 3.000 Einwohner Taijis können auch trotz massiver Proteste aus dem Ausland gegen die Delfin-Treibjagd (oder sollte man vielleicht eher interpretieren: gerade wergen der massiven Proteste aus dem Ausland gegen die Delfin-Treibjagd) weiterhin mit der finanziellen Unterstützung des derzeitige Kabinetts unter Premierminister Shinzo Abe rechnen.

Die Proteste reichen bis in die 1980er-Jahre zurück und wurden 2009 nach Ausstrahlung des Filmes The Cove („Die Bucht“) noch stärker. Es gibt mittlerweile einen regelrechten Cove-Tourismus in Taiji. In Japan reagierte man darauf mit höherer Polizeipräsenz und lässt während der Treibjagd-Saison in verstärktem Ausmaß die Küstenwache patrouillieren.

Wal- und Delfinfleisch als nationale Köstlichkeit

„Es ist mein aufrichtiger Wunsch, dass alle hier von der LDP etwas über die Walfangkultur lernen. Sie sollen diese Gelegenheit nutzen, um tatsächlich Wal zu essen und ihre Wertschätzung des Walfangs noch mehr zu vertiefen“, sagte Toshihiro Nikai, der nationale Gesetzgeber und Generalsekretär der LDP-Partei, in einer aufgezeichneten Videonachricht. Nikai preist Wal- und Delfinfleisch als nationale Köstlichkeit an.

Wie man aus dem Artikel in CetaJournal erfährt, gab es am Abend dann Sashimi-Schnitten von Walschwanz, Rachen und Bauch, gegrillten Wal mit Ingwer, gekochte Zunge und Delfinhaut-Chips.

Lokale Fischer und Anwohner, die sich unter die Politiker gemischt hatten, waren sich einig, dass die „Walfangkultur“ geschützt werden müsse und dass „illegale Einmischungen“ durch Aktivistengruppen zu unterbinden seien.

Taiji konnte sich am Ende des „Wal-Gipfels“ sicher sein, dass es auch in Zukunft die größte Unterstützung von Japans mächtigsten politischen Kräften erhält.
(Quelle: cetajournal.net und Die Delfin-Party der Polit-Partei)

Auch dieser Artikel von CetaJournal.net zeigt einmal mehr, dass sich Walfangländer nichts von ausländischen Aktivisten vorschreiben lassen und ihre Jagden weiterhin zelebrieren …

Ein Kommentar

  1. Wohl bekomms: Wal- und Delfinfleisch ist bekanntlich so stark mit Quecksilber, PCB und anderen Giften belastet, dass der Verzehr ein ernst zu nehmendes Gesundheitsrisiko darstellt. Insbesondere Quecksilber wirkt sich auf das ZNS aus (führt, ähnlich wie eine Bleivergiftung regelrecht zu einer Verblödung), was bei einigen der genannten Befürwortern wohl schon klinisch zu sein scheint.

    P.S.: Die extreme Toleranz (Resistenz) von räuberischen Meeressäugern (und Haien) gegenüber Quecksilber weist übrigens darauf hin, dass die Quecksilberbelastung älter ist, als menschengemachte Probleme. Allerdings hat die menschliche Meeresverschmutzung noch einige Gifte hinzugefügt, so dass der Verzehr von Delfin- und Walfleisch inzwischen schon was von einem Selbstmord auf Raten hat.

    geschrieben von Norbert

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