Newsletter 3/2018


Die Farbe Rot steht für LEBEN und LEID. Letzteres mussten wieder viele Delfine und andere Kleinwale in Taiji (Japan) erfahren.

Treibjagd-Saison ist beendet

Die Tötungssaison in Taiji ist seit 2. März beendet. Bis zum September können sich die Delfine in den Gewässern rund um den kleinen Fischerort sicher fühlen. Dann geht es weiter mit dem Abschlachten …

Land der blutenden Buchten
(Illustration: Meeresakrobaten)

928 Kleinwale wurden zwischen September 2017 und März 2018 gefangen. 615 von ihnen wurden geschlachtet oder starben während des Fangprozesses. Es gab 107 Lebendfänge für asiatische Aquarien und Meeresparks. 206 Tiere wurden wieder freigelassen.

Der Historiker Fynn Holm wagt in einem Artikel in Deutschlandfunk Kultur die These, dass die Delfin- und Waljagd vielleicht schon der Vergangenheit angehören würde, wenn es die Aktivistenszene nicht gäbe.

Vaquita ist fast ausgerottet

Auch der Vaquita (Kalifornischer Schweinswal) erfährt viel LEID. Schon lange steht er auf der Roten Liste der IUCN. Dort rückt sein Gefährdungsstatus immer weiter Richtung „ausgestorben“. Es gibt weltweit viele Bemühungen, den kleinen Schweinswal, der ausschließlich im Golf von Kalifornien (Mexiko) vorkommt, zu retten. Aktuell unterstützt die Textilfirma Lacoste das Rettungsprojekt mit Geld, das sie mit einer limitierten Polohemd-Kollektion sammelte.

Nachwuchs in der Port-River-Mündung
(Foto: Marianna Boorman)

Schiffe und Virus

In Australien – genauer in der Port-River-Mündung bei Adelaide – gibt es gerade viele neugeborene Delfine. Doch leider überlebt ein Teil von ihnen nicht. Die Hälfte aller getöteten Delfine in dieser Region geht offenbar auf das Konto von Schnellbooten.

Die hohe Lärmbelastung von Schnellfähren verändert das Jagdverhalten der Schweinswale in dänischen Küstengewässern. Nähert sich ein lautes Schiff, tauchen die kleinen Wale ab und stellen das Jagen ein.

Und an Brasiliens Küste sieht es auch nicht rosig aus für Delfine. Dort sterben viele Hundert Sotalia-Delfine an einem gefährlichen Virus.

Und wie steht es um die Delfine in Delfinarien?

Zum wiederholten Mal hat Daniela Breuer einen hochinteressanten Beitrag bei den MEERESAKROBATEN veröffentlicht. Es handelt sich dabei um einen Rückblick auf die Bestandszahlen (Geburten, Todesfälle, Transfers) in westeuropäischen Delfinarien. Dort gab es 2017 nur wenige Todesfälle zu verzeichnen. Vor allem sehr alte Tiere sind gestorben. Erfreulich ist auch, dass die Überlebensrate von neugeborenen Großen Tümmlern immer weiter steigt.

Wenn den von LEID geplagten Delfinen im Meer doch genauso gut geholfen werden könnte wie den Artgenossen in gut geführten Zoos. Tierpfleger im Nürnberger Tiergarten erklären den Besuchern der Lagune, wie die Großen Tümmler auf medizinische Untersuchungen und Behandlungen vorbereitet werden. Der siebenjährige Jens hat sich alles genau gemerkt und nach dem Besuch im Zoo das medizinische Training nachgespielt. Vielleicht entschließt er sich ja einmal, Meeresbiologe oder Tierarzt zu werden, und kann dann seine Ausbildung gewinnbringend für die Delfine im Meer einsetzen …

Mit dieser Hoffnung wünsche ich euch eine schöne Osterzeit, in der die Farbe Rot hoffentlich ausschließlich als Symbol für LEBEN stehen wird …
Eure Susanne

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