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Delfine dienen Fischern als Köder


43 unterschiedliche Meeressäugerarten (vornehmlich Delfine) werden als Fischköder benutzt.

Amazonas-Flussdelfin aus dem Duisburger Zoo
(Foto: Rüdiger Hengl)

Jagd auf den Amazonas-Delfin

Delfinfleisch wird vor allem deshalb als Köder geschätzt, weil es angeblich intensiv riecht, fettreich und sehr robust ist und sich nicht leicht zersetzt. Außerdem bleibt es lange am Haken und versinkt nicht in den Tiefen des Amazonas. So lautet die Begründung der Fischer, die Jagd auf den Amazonas-Flussdelfin machen.

Delfinköder beim Haifang eingesetzt

Die Meeresbiologin Vanessa Mintzer von der Universität Florida macht darauf aufmerksam, dass die Köderjagd illegal sei und unkontrolliert stattfände. Hotspots für die Köderjagd sind Lateinamerika und Asien. Vor allem beim Haifang werden Delfinköder eingesetzt.

Harte „Konkurrenz“

Doch nicht nur im Amazonas machen Menschen Jagd auf Delfine, sondern in 33 Ländern.

Wie viele Delfine dabei getötet werden, ist nicht erfasst. Fischer sehen den Delfin – anders als Tierfreunde im Binnenland – nicht als liebenswertes Geschöpf, sondern als Konkurrent an. Obwohl allgemein bekannt sein dürfte, dass nicht die Delfine für abnehmende Fischbestände verantwortlich sind, sondern allein der Mensch.

Erfolg in Südamerika

In Argentinien und Chile wurden bis in die späten 1980er Jahre mindestens zwölf Arten von Meeressäugern für die Krabbenfischerei gejagt. Zum Glück werden heute in diesen Regionen die Meeressäuger verschont, freut sich Mintzer.

Bildungsangebote und Förderung für Fischer sowie ein Angebot von anderen Ködern aus Schlachthäusern haben zu diesem Erfolg beigetragen.

Mintzer hofft, dass auch andernorts Alternativen für die betroffenen Fischer gefunden werden können. Dazu sind jedoch umfangreiche Daten und Schätzungen über den Delfinbestand notwendig. Nur so könnte die Politik überzeugt werden, das Problem anzugehen.
(Quelle: Science.orf.at und Fishermen are illegally killing endangered dolphins and seals to use as bait)

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