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Wenn der Essensgong erklingt …


Immer öfter gibt es Berichte über clevere Meeressäuger, die sich an Fischerleinen gütlich tun.

Pottwale
(Foto: Susanne Gugeler)

Selbstverständlich gefällt dieses Verhalten der Bootsbesatzung nicht so gut, aber die Tiere halten es ähnlich wie wir Menschen: Warum sich anstrengen, wenn es auch einfach geht?

Fangleinen werden geplündert

Im Golf von Alaska plündern Pottwale riesige Mengen Fisch von den langen, mit bis zu 4.000 Haken versehenen Fangleinen. Ebenso in der Straße von Gibraltar. Dort machen sich in den Sommermonaten die Orcas an die Thunfisch-Longlines der Fischer. Dazu sind Rüdiger vor zwei Jahren interessante Fotos gelungen.

Aber zurück zu den Pottwalen in Alaska. Wenn auf dem Kutter die Leinen eingeholt werden, tönt dies in den Ohren der Meeressäuger wie ein Essensgong. Sofort brechen sie zu den Fangstellen auf und holen sich die fette Beute (in diesem Fall handelt es sich um Kohlenfische) von den Haken.

… so wie man Äpfel vom Baum schüttelt

„Die erfahrensten Wale fanden heraus, dass sie in die Leine beißen und sie schütteln können – so wie man Äpfel vom Baum schüttelt“, sagte Aaron Thode, Experte für Meeressäuger vom Scripps Institut für Ozeanographie in Kalifornien, in einem Interview. (Quelle: ostsee-zeitung.de)

Die Fischer müssen herbe Verluste hinnehmen. 1.000 US-Dollar pro Tag und pro Schiff kosten sie die stibitzenden Pottwale. Manchmal verlieren sie sogar 100 Prozent ihres Fangs an die größten Raubtiere der Erde.

Essensgong noch in 25 km Entfernung hörbar

Bei ruhiger See hören die Pottwale den Essensgong noch in 25 Kilometern Entfernung. Dabei reagieren sie auf die Art und Weise, wie die Boote gefahren werden: nämlich auf das Beschleunigen, Abstoppen und das Luftblasen-Erzeugen. Diese Merkmale sind das Zeichen für die Kolosse, auf Beutejagd zu gehen. Sie kommen sogar, wenn ein Boot ohne Fangabsichten dieses Fahrverhalten zeigt.

Peilsender zeigen an, wo sich Pottwale aufhalten

Die Fischer versuchen nun, ihre Leinen in Wal-freien Gebieten auszubringen. Dazu wurden mehrere Pottwale mit Peilsendern ausgestattet. Auf einer Web-App wird der Schiffscrew angezeigt, wo sich die Tiere gerade befinden. Sie kann dann andere Fischgründe ansteuern.

Wie lange noch sich die intelligenten Wale in die Irre führen lassen, bleibt allerdings abzuwarten …
(Quelle: Moby Dicks Vergeltung: Wale fressen Fischern die Leinen leer)

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