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Vereint für den Artenschutz


Zoos und Tiergärten bringen den Besuchern nicht nur Erholung und Unterhaltung, sondern sie erfüllen auch noch andere Aufgaben.

Toter La-Plata-Delfin
(Foto: Yaqu Pacha)

Auf der neuen Website Vereint für den Artenschutz informiert der Nürnberger Tiergarten zusammen mit der Artenschutzorganisation YAQU PACHA und dem Verein der Tierfreunde über den Forschungsauftrag der Zoos.

Zum Thema Delfine wird auf der Homepage folgendes Studienprojekt vorgestellt:

Schutz des La-Plata-Delfins

Diese Delfinart kommt ausschließlich in den Küstengewässern Argentiniens, Brasiliens und Uruguays vor und gilt als stark gefährdet. In fünf Arealen geht man von einem Bestand von einigen Hundert bis etwa 15.000 Delfinen aus.

Da La-Plata-Delfine überwiegend in Küstennähe leben, sind sie besonders empfindlich gegenüber anthropogenen Einflüssen.

Zunehmende Verschmutzung der Gewässer und andere Bedrohungen

Die zunehmende Verschmutzung der Gewässer durch toxische Chemikalien und die regionale Fischereiindustrie haben die Population in den letzten Jahrzehnten stark reduziert. Besonders die Küstenfischerei und die dadurch bedingte hohe Anzahl an Beifangopfern, die in einigen Arealen sechs Prozent der Population ausmacht, ist besorgniserregend. Durch Überfischung seiner Beutefische wurde der La-Plata-Delfin bereits aus einigen Arealen des ursprünglichen Verbreitungsgebietes vertrieben.

Die Erforschung des selten gewordenen La-Plata-Delfins hat für die Artenschutzorganisation YAQU PACHA oberste Priorität. Denn nur durch die Erfassung des Bestands und der des Lebensumfelds kann man einflussreichen Politikern den Schutz der Tiere ans Herz legen.

Zählungen aus der Luft und unter Wasser

Mithilfe von Luftzählungen per Flugzeug und dem Installieren von CPODs (Lauschgeräte, welche die Klicklaute der Delfine aufnehmen) werden die Tiere sowohl über Wasser als auch unter Wasser aufgespürt.

Beobachter an Bord von Schiffen ermitteln den Beifang in Fischernetzen. Je nach Areal liegt die Beifangquote bei drei bis sechs Prozent der Gesamtpopulation, womit das Fortbestehen der Art langfristig gefährdet ist.

Aufklärung vor Ort

Aber auch die Menschen vor Ort müssen für den Schutz des La-Plata-Delfins gewonnen werden. Um dies zu erreichen hat YAQU PACHA zahlreiche umweltpädagogische Programme entwickelt und durchgeführt mit dem Ziel die Tierart dem Menschen näher zu bringen.

Erfolge

Zu den Erfolgen schreibt der Tiergarten:

Über 25 Jahre Forschung haben wichtige Erkenntnisse über die Gesamtpopulation, Gefährdung, Genetik und allgemeine Biologie des La-Plata-Delfins geliefert. Umweltpädagogische Programme wiederum haben die Delfinart bekannter gemacht und Menschen für den Schutz der Art nicht nur in Südamerika, sondern auch in Europa sensibilisiert.

Wissenschaft aber auch Aufklärung und die Verbreitung von Informationen haben letztendlich dazu geführt, dass die Regierung Brasiliens 2013 ein neues Fischereigesetz verabschiedet hat. Dieses Gesetz hat die Küstenfischerei neu reguliert, womit nicht nur dem La-Plata-Delfin geholfen ist, sondern auch dem gesamten Küstenökosystem Brasiliens. Der La-Plata-Delfin hat somit seine Funktion als Botschafter für den Artenschutz optimal erfüllt.
(Quelle: www.forschen-handeln-erhalten.de)

Lesetipps

* Sensorik bei Delphinen
* Alarmstufe Rot für La-Plata-Delfin

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