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Heizung im Wal-Gehirn


Wale und Delfine haben das größte Gehirn der Welt. Einige von ihnen wiegen mehr als acht Kilogramm und sind sechsmal schwerer als das durchschnittliche menschliche Gehirn.

Delfin-Gehirn im Deutschen Meeresmuseum in Stralsund
(Foto: Susanne Gugeler)

Hochintelligent?

Das riesige Gehirn dieser Säugetiere wurde oft als Beweis dafür angeführt, dass sie hochintelligent sind. Bedeutet ihre große Gehirngröße jedoch, dass sie die gleichen mentalen oder sogar weiter entwickelte Fähigkeiten wie Menschen haben?

Statt Grips Wärmeregulator

Wissenschaftliche Erkenntnisse aus einer Studie von Professor Paul Manger von der School of Anatomical Sciences an der Universität Witwatersrand in Johannesburg, Südafrika (Wits University) zeigen, dass dem großen Gehirn von Walen und Delfinen die Vielfalt, Flexibilität und Anpassungsfähigkeit ihres Geistes fehlen.

Diese Prozesse und Verhaltensweisen werden dem menschlichen Gehirn zugeschrieben. Wale setzen ihre großen Gehirne dagegen ein, um bei arktischen Temperaturen warm zu bleiben.

„Im Wasser verlieren Säugetiere 90-mal schneller Wärme an die Umwelt als wir an die Luft“, erklärt Manger. „Das Gehirn aller Säugetiere produziert Wärme unabhängig von den Wärmeerzeugungsmechanismen des Körpers. Diese Wärme wird benötigt, um ihre Neuronen warm genug zu halten, um effizient zu funktionieren.“

Manger weiter: „Wir haben festgestellt, dass die meisten Zellen, die das Gehirn von Walen und Delfinen bildet, als ‚Heizelemente‘ fungieren. Diese ‚Heizelemente‘ sind im Gehirn von landlebenden Säugetieren wie den eng verwandten Nilpferden, Schweinen, Büffeln, Kamelen und Antilopen weitaus weniger vorhanden.“

Wassertemperatur ist ausschlaggebend fürs Überleben

„Wenn wir wissen, wie zentral die Wassertemperatur für ihr Überleben ist, können wir verstehen, was mit bestimmten Wal- und Delfinarten während des unvermeidlichen Anstiegs der Meerestemperaturen im Zusammenhang mit dem vom Menschen verursachten Klimawandel geschehen wird“, gibt Manger zu bedenken.

Daher mahnt der Forscher: „Es ist durchaus möglich, dass einige Arten durch Überhitzung sterben und Opfer der globalen Erwärmung werden. Dieses Verständnis kann es uns ermöglichen, unsere Bemühungen zu optimieren, um die Zukunft so vieler Wal- und Delfinarten wie möglich zu sichern.“
(Quellen: scientific reports und Whale and dolphin brains are special—for heat production, not for intelligence)

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