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Massenabschlachtung von Delfinen


Das gab es noch nie: Über 1.400 Weißseitendelfine wurden am vergangenen Sonntag auf den Färöer Inseln abgeschlachtet …

Weißseitendelfin
(Illustration: Jörg Mazur)

Laut tagesschau.de wurden in den vergangenen 20 Jahren nie so viele Delfine getötet, nicht mal ansatzweise.

Auf den Färöer Inseln werden vor allem Grindwale in Buchten getrieben und anschließend geschlachtet. Daher nennt man die Jagd auch Grindadrap (= Grindtötung oder Grindschlachtung).

Färöischen Zählungen zufolge wurden 2020 insgesamt 576 Grindwale sowie 35 Weißseitendelfine getötet.

Auch die Schweizer Meeresschutzorganisation OceanCare veröffentlicht Zahlen zum Grindadrap: Zwischen 2011 und 2020 wurden auf den Färöern 7.553 Grindwale, 1.204 Weißseitendelfine, 21 Rundkopfdelfine und 16 Große Tümmler getötet – insgesamt 8.794 Tiere.

„Tradition“

Ganz schlimm ist, dass die Tötung „aus Tradition“ geschieht, wie die Inselbewohner ihr Tun rechtfertigen.

Traditionen können durchaus Sinn machen. Sie verbinden die Generationen und erhalten wichtiges Gedankengut. Doch Tiertötungen, die Volksfest-Charakter haben, sind Traditionen, die den Namen heutzutage nicht mehr verdienen.

Auch wenn die Jagd auf Grindwale und Weißseitendelfine nicht kommerziell betrieben wird, sondern Fleisch und Speck an die Bevölkerung verteilt werden, ist sie abzulehnen.

Färinger äußern sich zur Massentötung

* Selbst Heri Petersen – Sprecher der Jäger – heißt das Abschlachten von so vielen Delfinen nicht gut.

* Olavur Sjurdarberg vom färingischen Grindwaljagdverband fürchtet einen Imageverlust, denn das Ausland verurteilt die Massenabschlachtung massiv.

* Der Vorsitzende einer lokalen Jagdvereinigung vermutet, dass die furchtbaren Bilder, die derzeit um die Welt gehen, das Ende der Tradition bedeuten könnten.

* Der Parlamentsabgeordnete Skaale vergleicht das Schlachten von Delfinen auf den Färöern mit dem Schlachten von Schweinen auf dem Festland. Bei beiden Tieren handele es sich um intelligente Wesen, die von den Menschen gegessen werden. Auf tagesschau.de vom 15. September 2021 wird Skaale folgendermaßen zitiert: „Es ist wie ein Schlachthaus im Freien. Man sieht das Blut, das Meer ist rot gefärbt, man sieht die Todeszuckungen der Wale. Aber was passiert denn im Schlachthof? Das Gleiche, aber verborgen hinter dicken Mauern. Schweine sind auch sehr intelligente Tiere. Deshalb ist es moralisch besser, Walfleisch zu essen als Schweinefleisch.“

* Die Regierung der Färöer Inseln will die Praxis der Tötung auf den Prüfstand stellen. Der Vorgang werfe Fragen auf hinsichtlich der Zahl der Delfine, die bei einer einzigen Jagd getötet werden sollten, sowie auf die Jagdmethoden.

Können Kinder Walfang stoppen?

Doch auch bei den Inselkindern und Kindern auf der ganzen Welt sind Delfine beliebt – ähnlich wie Pandas. Politiker befürchten Exporteinbußen beim Fischfang, weil Kinder den Kauf der Eltern beeinflussen. Sie könnten sich weigern, Fisch von den Färöer-Inseln zu konsumieren.

Bestandszahl ist unbekannt

Der Biologe Bjarni Mikkelsen bezweifelte bereits vor ein paar Jahren während einer anderen Tötungsaktion, dass die Jagd auf Weißseitendelfine nachhaltig ist, da man die Bestandszahlen nicht genau kenne.
(Quellen u.a.: Tagesschau und Meeresakrobaten)

Lesetipps

* SOS – Färöer Inseln
* Kommentar von Bettina Wurche auf Meertext
* Einheimische gegen Delfin-Tötung

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