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Seit wann wandern Buckelwale in die Ostsee?


Ab dem 16. Jahrhundert sind Aufenthalte – und vor allem Totfunde – von Buckelwalen in der Ostsee belegt.

Schwanzflosse (Fluke) eines Buckelwals
(Foto: Roland Edler)

Die historischen Nachweise aus der Zeit von 1578 bis 1851 stammen überwiegend aus Kirchenbüchern, Chroniken und frühen Zeitungsberichten.

Nordatlantische Population

Über den Nordatlantik und entlang der norwegischen Küste gelangen Buckelwale im Rahmen ihrer natürlichen Wanderungen immer wieder in die Ostsee.

In Zeiten des intensiven Walfangs wurden weniger „Falschabbieger“ registriert. Doch seit sich der Walbestand für viele Arten erholt hat, kommen Abstecher in die Ostsee häufiger vor.

Das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund hat eine Aufstellung gemacht über Buckelwale, die in vergangenen Zeiten in die Ostsee gerieten.

Hier möchte ich das Schicksal dreier Buckelwale vorstellen.

Lotta

2018 verhedderte sich ein Lotta genanntes Buckelwalweibchen auf seiner Route durch die Ostsee dreimal in Fischernetzen.

Anfang Februar wurde es nördlich der dänischen Insel Fünen gesichtet. Nach einer langen Reise durch die Ostsee wurde Lotta schließlich am 9. Juni 2018 tot an der deutschen Ostseeküste in Graal-Müritz entdeckt.

Der „Fall Lotta“ macht deutlich, dass nicht Orientierung, Nahrung oder Lebensraum das größte Problem darstellen, sondern die intensive menschliche Nutzung der Meere. Fischerei, Schifffahrt und andere Eingriffe prägen heute maßgeblich das Risiko für wandernde Großwale – in der Ostsee ebenso wie weltweit.

Bucki

Zehn Jahre früher machte der Buckelwal Bucki Schlagzeilen. Er wurde erstmals am 23. Juli 2008 in der Nähe der Insel Ven im nördlichen Öresund (Meerenge zwischen Dänemark und Schweden) beobachtet.

Seine Rundreise führte entlang der dänischen, deutschen, polnischen und schwedischen Ostseeküste.

Buckis Route zeigt eindrucksvoll, wie sicher sich Buckelwale auch in den flachen und komplexen Gewässern der Ostsee orientieren können. Buckis Ausflug hatte ein Happyend. Er durchquerte weite Teile der südwestlichen Ostsee und fand schließlich selbstständig über Kattegat und Skagerrak zurück in den Nordatlantik.

Ossi

1978/1979 berichteten verschiedene Länder an der Ostseeküste von einer Buckelwal-Sichtung. Das unter anderem Ossi genannte Tier wurde am 13. August 1978 vor der Insel Rügen gesehen. Auffällig war seine Küstennähe: Das Tier hielt sich häufig in sehr flachem Wasser von nur vier bis fünf Metern Tiefe auf.

Ossi schwamm über Binz und Sellin nach Stubnitz, bevor er in polnischen Gewässern auftauchte.

Am 7. Februar 1979 wurde er aus einem Fischernetz befreit. Danach wurde der Buckelwal nicht mehr gesehen.
(Quelle: Deutsches Meeresmuseum)

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