Der Krieg im Schwarzen Meer trifft auch Delfine.
Seit Kriegsbeginn hat das Delfin-Sterben in der Ukraine deutlich zugenommen.
In Meeresschutzzone nicht mehr sicher
Der Biologe Ivan Russev arbeitet als Ranger im ukrainischen Nationalpark Tuzlovski Lymany. Dazu gehört eine circa 3.000 Quadratkilometer große Meeresschutzzone. Dort ist das Fischen nicht erlaubt, damit sich die Delfine möglichst ungestört vermehren können.
Bisher galt sein Kampf der illegalen Fischerei oder er ging gegen skrupellose Bauherren vor, die sich immer weiter in der Schutzzone ausbreiteten.
43 tote Delfine im Juni
Doch seit 2022 werden die Delfine zusätzlich gefährdet.
„Vor dem Krieg fanden wir am Strandabschnitt von unserem Nationalpark vielleicht vier bis fünf Tiere pro Jahr“, sagt Ivan Russev, „allein in der ersten Juniwoche haben wir 43 tote Delfine gezählt.“
Dabei handelt es sich bei den toten Tieren nur um die Spitze des Eisbergs. Nur fünf Prozent von ihnen werden an Land gespült, die anderen versinken im Meer.
Viele Tausend Delfine starben
Russev geht von 100.000 Delfinen aus, die seit Kriegsbeginn im Schwarzen Meer ihr Leben lassen mussten.
Der Lärm von militärischen Sonarsystemen, Unterwasserdrohnen und Explosionen von Seeminen ist so gewaltig, dass Delfine ihr Gehör verlieren können. Sie werden orientierungslos und sind nicht mehr dazu in der Lage, Fische zu jagen.
Bedrohlich ist außerdem, dass Hafenanlagen angegriffen werden und von dort Schadstoffe ins Meer gelangen. Auch beim Versenken von Kriegsschiffen gelangen hoch giftige Chemikalien ins Wasser.
Mitarbeiter wurden abgezogen
Es wird kaum noch Forschungsarbeit in der Region betrieben. Zum einen fehlt die Finanzierung, zum anderen dienen viele männliche Mitarbeiter bei der Armee.
(Quellen: „Eine Tragödie“: Tausende Delfine sterben im Schwarzen Meer und Delfinsterben an der Schwarzmeerküste)
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