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Grauwale haben immer weniger Kälber


Laut der Meeresschutzorganisation OceanCare wurden zwischen Januar und Mitte August 2026 entlang der Küste von Mexiko bis Alaska 187 tote Grauwale gefunden.

Grauwal in der Bucht von San Ignacio
(Foto: Roland Edler)

Viele von den Tieren waren stark abgemagert.

Bestand nimmt immer mehr ab

Seit dem Höchststand im Jahr 2016 ist der Bestand um mehr als die Hälfte geschrumpft. 2025 kamen schätzungsweise nur noch 85 Kälber zur Welt, 2014 waren es noch rund 1.600.

2016 zählte die Population etwa 27.000 Tiere. Ab 2018 wurden viele tote Grauwale angespült. Häufig war Auszehrung die Todesursache. 2025 lag der Bestand laut der Deutschen Stiftung für Meeresschutz bei 17.750 Walen.

Tödlicher Umweg

Auf der Suche nach Nahrung schwimmen Grauwale inzwischen in stark befahrene Gewässer wie die Bucht von San Francisco. Laut einer Studie von 2026 wiesen 30 von 70 Walen, die dort zwischen 2018 und 2025 tot aufgefunden wurden, Verletzungen durch Schiffskollisionen auf.

Wale legen fast eine halbe Erdumrundung zurück

Grauwale legen jedes Jahr 15.000 bis 20.000 Kilometer zurück, fast eine halbe Erdumrundung. Ihre Jungen bringen sie in den warmen Lagunen von Baja California vor Mexiko zur Welt, Nahrung nehmen sie vor allem in der Arktis auf.

Fettärmere Beutetiere

Der Ernährungszustand der Grauwale hat sich dramatisch verschlechtert. Vorausgegangen sind anhaltende Wärmeanomalien im Nordpazifik, die fettärmere Beutetiere begünstigen.

Grauwal-Bestände haben schon früher Phasen von Wachstum und Einbruch durchlaufen. Doch der jüngste Rückgang und der anhaltende Mangel an Nachwuchs werden offenbar durch den fortschreitenden Klimawandel verschärft.

Schiffskollisionen lassen sich vermeiden

Der Klimawandel lässt sich nicht schnell umkehren – das Risiko von Schiffskollisionen aber lässt sich deutlich senken. Eine der wirksamsten Maßnahmen ist langsameres Fahren, das sogenannte „Slow Steaming“.

Würde die weltweite Schifffahrtsflotte ihr Tempo um nur zehn Prozent reduzieren, würde sich das Kollisionsrisiko für Wale halbieren und Unterwasserlärm sänke um 40 Prozent.

Bei 20 Prozent weniger Tempo ließe sich das Risiko tödlicher Kollisionen um bis zu 78 Prozent senken, Unterwasserlärm um bis zu 70 Prozent und der CO2-Ausstoß der Schifffahrt um 24 Prozent.

Keine andere betriebliche Maßnahme ist so kosteneffizient. Und sie ließe sich mit der bestehenden Flotte sofort umsetzen, der politische Wille dazu fehlt jedoch.
(Quellen: Medienmitteilung von OceanCare und Deutsche Stiftung für Meeresschutz)

Lesetipp

Viele Grauwale sind gestrandet

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