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Erst stirbt der Delfin, …


… dann der Mensch. So lautet der Anfangssatz eines Artikels in Focus online.

Großer Tümmler
(Foto: Frank Blache)

Dort kann man lesen, dass die Erkrankungsrate bei Delfinen immer mehr ansteigt. Schuld daran sind die vom Menschen ins Meer gebrachte Schadstoffe.

Weniger als die Hälfte der Delfine ist gesund

Zu dieser Einschätzung kommen Meeresbiologen verschiedener Forschungsinstitute in den USA.

Zwischen 2003 und 2015 untersuchten sie mehrere Gruppen von Großen Tümmlern, die im Atlantik vor der Küste von South Carolina (SC) sowie in der Indian River Lagoon (IRL) an der Ostküste Floridas leben.

„Heute können wir weniger als die Hälfte der Delfine, die wir im Rahmen unserer Gesundheitsuntersuchung sehen, als gesund klassifizieren“, wird der Wissenschaftler Gregory Bossart vom Georgia Aquarium in Focus online zitiert. „Zwar blieb diese Zahl seit 2005 ungefähr konstant, doch es ist klar, dass die Bestände gesundheitlich stark unter Infektionskrankheiten und Umweltbelastungen leiden.“

Schadstoffe machen Delfine krank

Vor allem wurden bei den Tieren ein Hautpilz sowie Papillomviren festgestellt. Diese verursachen Wucherungen an der Schnauze und den Geschlechtsorganen. Im Blut wurden außerdem Antikörper gegen Morbilliviren (das sind ähnliche Viren, die bei uns Masern auslösen) gefunden.

In den untersuchten Gewässern konnten die Forscher durch Menschen eingebrachte Schadstoffe identifizieren – u.a. das Insektizid DDT sowie Polychlorierte Biphenyle (PCB), die in Kühl- und Isolierflüssigkeiten für elektrische Anlagen, als Flammhemmer sowie als Weichmacher in Kunststoffen eingesetzt werden.

Auch Triclosan in Meeressäugern gefunden

Auch das Desinfektionsmittel Triclosan konnte in Meeressäugern nachgewiesen werden. Es steht im Verdacht, Brustkrebs auszulösen, Spermien zu schädigen sowie die Leber und Muskeln anzugreifen.

Küstenbewohner sind stark gefährdet

Aber nicht nur die Delfine sind durch die Schadstoffe im Meer massiv gefährdet, sondern auch der Mensch. Mit dem Verzehr von Fischen und Meeresfrüchten gelangen sie in unsere Organe.

Vor allem in küstennahen Gebieten, wo Meeresgetier häufig auf den Teller kommt, sind Menschen beeinträchtigt. Zum Beispiel in Florida. Dort sind die Delfine sehr stark belastet. Also kann man davon ausgehen, dass auch ihre Beute – die Fische – voll mit Umweltgiften sind.

Die Studienautoren befürchten, dass die Einwohner des Staates (betroffen wären rund 2,5 Millionen Menschen) überproportional viel Quecksilber aufnehmen.
(Quellen sowie weitere Informationen über die schädigende Schadstoffe unter focus.de und Health and Environmental Risk Assessment Project for bottlenose dolphins Tursiops truncatus from the southeastern USA. I. Infectious diseases.)

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* Delfinariums-Delfine sind weniger mit Quecksilber belastet als ihre Artgenossen im Ozean

Ein Kommentar

  1. Wäre das Meer ein Delfinarium, müsste man die Haltung der Meeressäuger darin sofort verbieten…

    geschrieben von Oliver

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