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Schulfrei wegen Wal-Schlachtung


In manchen Bundesländern Deutschlands haben die Ferien bereits begonnen und die Schüler erholen sich vom Schulstress.

Grindwalfang auf den Färöer Inseln, LWL Münster
(Foto: Rüdiger Hengl)

Auf den Färöer Inseln (einer Inselgruppe im Nordatlantik, die zwischen Island und Norwegen liegt) bekommen die Kinder auch schulfrei, wenn keine Ferien anstehen. Sie nehmen dann am mehrmals im Jahr stattfindenden Grindaráp teil. Auch Erwachsene verlassen ihre Arbeitsstelle und eilen ans Meer.

Grindwale werden brutal abgeschlachtet

Bei diesem Spektakel will keiner fehlen und die Mithilfe von allen ist gefragt.

Unter Grindaráp wird das Abschlachten von Grindwalen verstanden. Diese Wale kommen relativ häufig um die Färöer Inseln vor.

Nachdem eine Gruppe von Walen in eine Bucht getrieben worden ist, durchtrennen die Jäger das Rückenmark im Nacken und die Halsschlagader der Tiere.

Wie Filme im sozialen Netzwerk zeigen, erleiden die Wale mitunter einen minutenlangen Todeskampf.

Fleisch wird kostenlos verteilt

Die Färinger verteidigen ihr Tun damit, dass der Walfang bereits eine Jahrhunderte alte Tradition hätte. Das Fleisch der Tiere wird nicht kommerziell vermarktet, sondern kostenlos an die Inselbewohner verteilt.

Laut der Walschutzorganisation Sea Shepherd landet das Fleisch jedoch auch in Restaurants, wo es u.a. Touristen angeboten wird.

Für die Färinger handelt es sich um nachhaltige Fleischbeschaffung

Die Färinger, die schon jahrelang heftigster Kritik aus dem Ausland ausgesetzt sind, prangern im Gegenzug ihre Kritiker an. Dort müssten die Tiere, die zum Verzehr gezüchtet werden, elendige Qualen durchstehen, bis sie geschlachtet würden. Das fiele beim Wildtierfang weg.

Außerdem müsste die Inselbevölkerung Tierfleisch importieren, wenn der Walfang verboten würde. Das wäre sehr teuer und nicht nachhaltig.

Ein Inselbewohner schießt auf Drohne

Auf Facebook postet Sea Shepherd, dass am 27. Juni 2021 175 Grindwale getötet wurden.

Eine Drohne, mit der die Jagd gefilmt wurde, wurde offenbar von einem Inselbewohner mit einer Schrotflinte beschossen. Die Drohne, die beschädigt wurde, konnte aber trotzdem geborgen werden, sodass das Filmmaterial gesichert werden konnte.

Laut färöischen Nachrichtenberichten wird der Schütze zur Verantwortung gezogen, da er innerhalb einer Menschenmenge auf die Drohne geschossen hatte.

Trotz belastetem Fleisch stehen Färinger zur Waljagd

Darüber dass die Belastung des Walfleisches mit Umweltgiften wie Quecksilber und Dioxinen sehr hoch ist, habe ich schon mehrfach auf dieser Website berichtet. Seit vielen Jahren gibt es deshalb die Empfehlung, nur einmal im Monat Grindwalfleisch zu sich zu nehmen.

Offenbar spricht sich trotzdem die Mehrheit der Inselbewohner dafür aus, Walfleisch zu essen.

Die Anzahl der Grindwale, die sich vor den Färöer Inseln aufhalten, wird auf 100.000 Tiere geschätzt. Durchschnittlich wurden auf den Inseln in den vergangenen 20 Jahren 600 Wale pro Jahr getötet.
(Quellen: u.a. Sea Shepherd und rtl.de)

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