Themen:

Viele Delfinkälber in der Sarasota Bay


2025 gab es in der Sarasota Bay (Florida/USA) offenbar 20 neugeborene Delfinkälber.

Neugeborenes Delfin-Baby
(Photo by Sarasota Dolphin Research Program, taken under National Marine Fisheries Service Scientific Research Permit)

Das hat Randy Wells vom Sarasota Dolphin Research Program in einem Rückblick auf das Jahr 2025 bekannt gegeben.

Bereits seit 1970 erforscht Wells die Delfine der Sarasota Bay. Er kennt sie über Generationen hinweg.

Bestandsaufnahme

Im Rückblick 2025 kann man außerdem lesen, dass alle acht Tiere, die 2024 geboren wurden, im vergangenen Jahr gesichtet wurden. Weiters wurden sieben der neun über 40-jährigen Delfine registriert.

Zwei junge Delfine, die vom Sarasota-Team 2024 aus einem Fischernetz befreit worden waren, wurden im November/Dezember 2025 bei bester Gesundheit angetroffen.

Allerdings starben zwei männliche Delfine (sechs und 18 Jahre alt) durch Schiffskollisionen. Das ältere Tier war für riskante Interaktionen mit Menschen bekannt. Es begleitete Fischerboote, um an gefangene oder freigelassene Fische zu kommen.

Zwei seiner jüngeren Geschwister starben ebenfalls durch menschliche Einflüsse, unter anderem durch Verheddern in Angelschnüren und Netzen.

Interaktionen mit Menschen sind gefährlich

Im Laufe der Jahre hat das Sarasota-Team immer wieder verschiedene Interaktionen zwischen Menschen und Delfinen beobachtet, die zu negativen Folgen führen, darunter:

Fütterung: Delfine werden absichtlich mit Ködern angelockt.
Aasfressen: Delfine fressen Fische oder Köder, die Angler in Booten oder an Molen wegwerfen, obwohl sie die Delfine nicht füttern wollten. Anstatt wild gefangene Beute zu fressen, entwickeln Delfine die schlechte Angewohnheit, sich Menschen zu nähern.
Beuteraub: Delfine entfernen gefangene Fische oder Köder von Angelleinen. Dadurch geraten sie zu nah an die Haken und können sich selbst verletzen.
Verheddern, Verschlucken und Verletzungen an Haken: Delfine können aktive oder weggeworfene Angelgeräte und -leinen verschlucken, sich darin verheddern oder an den Haken verletzen. Ein Verheddern in Netzen oder in Angelschnüren kann ihre Bewegungsfreiheit, ihre Fähigkeit zu fischen oder vor Raubtieren zu fliehen einschränken. Angelschnüre schneiden oft tief in das relativ weiche Gewebe von Delfinmaul, Flossen und Schwanz ein, was zu Verletzungen, Infektionen, Amputationen und sogar zum Tod führen kann. Multifilament-Geflechtschnüre sind stark, rasiermesserscharf, sägeblattförmig und besonders gefährlich.

Kälber schauen sich Beutefang von den Müttern ab

Aus über fünf Jahrzehnten Forschung in der Sarasota Bay ist bekannt, dass Delfinmütter ihre Fütterungsstrategien an ihre Jungen weitergeben. Wenn die Mutter sich angewöhnt hat, von Menschen Futter zu erbetteln, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass ihre Jungen dieses Verhalten übernehmen und dadurch einem höheren Verletzungs- und/oder Todesrisiko ausgesetzt sind.

Die einzige Möglichkeit, dieses Risiko zu verringern, besteht laut Randy Wells darin, dass wir Menschen rücksichtsvoller handeln.
(Quelle: Sarasota Dolphin Research Program)

Lesetipps

* Baby-Boom in der Sarasota Bay
* Das Leben von Delfin Ginger
* Die Delfine von der Sarasota-Bucht
* Wie gehen Delfine mit Diabetes um?
* Nicht immer gelingt die Aufzucht eines Delfin-Babys
* Wenige lebensfähige Delfin-Babys
* Bier und Würstchen wurden einem Delfin zum Verhängnis
* Viele Babys in der Sarasota Bay
* „Tierliebe“ tötet Delfin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert