Immer wieder liest oder hört man, dass Wale mit Schiffen zusammenstoßen.
In Alaska gibt es häufig Kollisionen
Dabei handelt es sich nicht nur um Öltanker oder Fähren. Auch Kreuzfahrtschiffe, deren Crews den Passagieren spektakuläre Walbeobachtungen ermöglichen wollen und in entlegene Gegenden fahren, kollidieren mit Finn- und anderen Großwalen.
Zu den Walbeobachtungs-Anbietern gehört beispielsweise die Norwegian Cruise Line. Auch Royal Caribbean wirbt ausdrücklich mit „Whale Watching in Alaska“. Aus der Beobachtung wird dann leicht eine Bedrohung für die Wale.
Aus den Medien kann man erfahren, dass innerhalb von nur drei Monaten in Alaska zwei Kreuzfahrtschiffe mit toten Finnwalen am Bug in einen Hafen eingelaufen sind.
Norwegian Joy
Eines davon ist die „Norwegian Joy“. Als das Schiff im Hafen von Sitka (Alaska) anlegen wollte, bemerkte die Besatzung den toten Finnwal am Bug des Schiffes. Offenbar war am Hinterleib des Tieres eine große Wunde zu erkennen gewesen.
Nicht geklärt ist, ob der Finnwal vom Kreuzfahrtschiff angefahren wurde oder schon vorher tot im Meer trieb.
Viele Zusammenstöße bleiben unbemerkt
Laut der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) sind seit 2001 mindestens zehn Kollisionen zwischen Kreuzfahrtschiffen und Walen vor Alaska dokumentiert. Viele Zusammenstöße bleiben jedoch unbemerkt.
Zwischen 1978 und 2011 soll es in diesem Gebiet 108 gemeldete Unfälle gegeben haben. Bei fast einem Viertel dieser Fälle kamen laut NOAA die Wale ums Leben.
Geschwindigkeitsreduktion
Es wäre sehr hilfreich, wenn die Schiffe tagsüber höchstens zehn Knoten (ca. 19 km/h) und bei schlechter Sicht nur acht Knoten (ca. 15 km/h) fahren würden.
Normalerweise erreichen die Kreuzfahrtschiffe in der Alaska-Region bis zu 22 Knoten (ca. 41 km/h).
Verkeilung
Manche Großwale verkeilen sich nach einem Zusammenstoß quer vor dem Wulstbug großer Schiffe. Selbst in diesem Fall bemerkt die Schiffsbesatzung das angefahrene Tier womöglich erst bei der Ankunft im Hafen.
Aufprall bei kleinen und mittelgroßen Schiffen
Ganz anders stellt sich die Situation bei Kollisionen mit kleinen oder mittelgroßen Schiffen dar. In diesen Fällen spüren die Schiffsführer den Aufprall und können den Vorfall der NOAA oder der US-Küstenwache melden.
Bei solchen kleineren Schiffen sind sowohl die Bootsinsassen als auch die Wale gefährdet. Kollisionen mit Walen haben bereits zu Verletzungen bei Menschen sowie zu erheblichen Schäden an Booten geführt, die bis hin zum Sinken des Schiffes reichten.
(Quellen: heute.at, schiffe-und-kreuzfahrten.de, NOAA)
Lesetipps
* Tempolimit hilft Wale retten
* Kollisionen mit Walen verhindern
* Bald weniger Schiffskollisionen
* Schiffe sollen Wal-Gebiete umfahren
* Pottwale sollen geschützt werden
* Hot Spot für Schiffskollisionen
* Kreuzfahrtschiffe schaden dem Meer

