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Immer mehr tote Delfine im Osten der USA


Fast jeden Tag werden tote Körper angespült. Mittlerweile sind es 1.441 Delfine, die seit letzten Sommer zwischen New York (Bundesstaat) und Florida umgekommen sind.

Todfund in Waterville/Westirland (Foto: H.W.)

Todfund in Waterville/Westirland
(Foto: H.W.)

Morbillivirus spielt eine Rolle

Die Todesursache der Tiere ist nicht eindeutig geklärt. Eine gängige Meinung unter Wissenschaftlern lautet, dass die Meeressäuger vom Morbillivirurs (einem Masern ähnlichen Virus) befallen waren. Viele der Tiere wurden nämlich positiv auf dieses Virus getestet.

65 Delfine wurden im Juli tot angeschwemmt, das waren zwar etwa 50 weniger als im Juli 2013, doch immerhin neun mehr als im Juni 2014. Viele der Meeressäuger sind übersät mit Verletzungen.

Die meisten Todesfälle in Virginia

An der Küste von Virginia sind die Delfine am häufigsten von der Todeswelle betroffen. 64 Tiere stranden dort normalerweise im Jahr. Aber innerhalb von zwölf Monaten wurden bereits 400 Körper alleine in diesem US-Staat angespült. Vor 25 Jahren wurden in diesem Abschnitt binnen eines knappen Jahres 742 Delfine durch das Morbillivirus dahingerafft.

Algenblüte wird als Ursache ausgeschlossen

Da keine anderen Meeresbewohner vom Massensterben betroffen sind, wird die Algenblüte als Todesursache ausgeschlossen. Doch da Delfine am Ende der Nahrungskette stehen, könnten auch Umweltgifte eine Rolle spielen, die sich in den Meeressäugern anhäufen.

Infektion breitet sich von Norden nach Süden aus

In Virginia sind im letzten Winter zwar die Todesfälle zurückgegangen, doch dafür gab es mehr in den Gewässern von North Carolina und Florida, wohin die Delfine aus Virginia im Winter geschwommen sind. Dort könnten sich infizierte Tiere mit nicht infizierten Tieren vermischen und die dramatische Sterbequote weiter in die Höhe treiben.

Außer Virus auch gefährliche Bakterien

Obwohl davon ausgegangen wird, dass das Morbillivirus die Hauptursache für das Massensterben ist, wurden in 240 von 250 Proben auch jede Menge andere Mikroben gefunden. So wurde bei 20 von 64 Delfinen z.B. ein Bakterium (Brucella) entdeckt, das Fehlgeburten, Hirnhautentzündung und Lungenentzündung verursacht. Hier stellt sich die berühmte Huhn-und-Ei-Frage: Was war zuerst da und hat den Tod der Delfine ausgelöst? Womöglich hat das Morbillivirus die Tiere derart geschwächt, dass sie anfällig für andere Krankheiten wurden.

Für Menschen nicht gefährlich

Zwar warnen Mitarbeiter der NOAA (National Marine Fisheries Service) Menschen davor, einen toten Delfin zu berühren, doch es ist nicht davon auszugehen, dass das Virus, welches die Delfine befallen hat, auf Menschen oder andere Lebewesen übertragbar ist.

Mutiertes Virus?

In diesem Herbst planen die Wissenschaftler, DNA-Proben der vor 25 Jahren bei einem Massensterben umgekommenen Delfine mit der DNA der aktuell verendeten Delfine zu vergleichen. Sie wollen herausfinden, ob das Virus mutiert ist und immer gefährlicher für die Delfine wird.

Außerdem sollen genetische Tests Aufschluss darüber geben, welche Delfinarten betroffen sind. Die gefundenen Kadaver sind oft so sehr zersetzt, dass eine visuelle Artenbestimmung nicht mehr möglich ist.

Wieder andere Wissenschaftler sollen Biotoxine auf ihre gefährliche Auswirkung untersuchen. Denn auch ihnen wird eine Rolle im Massensterben zugesprochen.

Da wilde Delfine nicht gegen eine Krankheit geimpft werden können, können die Untersuchungen nur dazu führen, dass bestimmte Regionen, in denen ortstreue Delfine leben, besser geschützt werden.
(Quelle: Scientific American)

Lesetipps zum Thema

* Katastrophale Entwicklung bei den Küsten-Delfinen
* Delfine sind an maser-ähnlichem Virus gestorben
* Viele tote Delfine im Osten der USA

Ein Kommentar

  1. Erneut wurden 18 tote Delfine bei Florida gefunden. Bei ihnen wurde das Morbillivirus festgestellt.
    http://www.wptv.com/news/region-st-lucie-county/fort-pierce/deadly-dolphin-virus-spreading-to-lagoon

    geschrieben von Susanne

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