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Delfin-Jäger haben kein Erbarmen


Der weltweite Protest gegen das Schlachten von Delfinen in Taiji/Japan scheint keine Wirkung zu zeigen.

Land der blutenden Buchten

Land der blutenden Buchten

Selbst die Einreise-Verweigerung und Festsetzung von Ric O’Barry (ehemaliger Trainer des Fernsehstars „Flipper“ und wohl berühmtester Gegner des Delfinschlachtens) lässt die Delfin-Jäger im kleinen Fischerort Taiji kalt. Das Töten geht unvermindert weiter.

Seit 18. Januar 2016 sitzt Ric O’Barry in Japan fest. Ihm wurde die Einreise verwehrt, weil er – so die Begründung – nicht als Tourist, sondern als Untertstützer von militanten Walfanggegnern in das Land gekommen sei.

Nachtrag vom 6. Februar 2016: Ric O’Barry wurde gestern außer Landes gebracht.

Fernsehteam wollte sich mit Ric O’Barry treffen

In der Fernsehsendung Brisant wurde vorgestern ein Beitrag zur Festnahme Ric O’Barrys sowie zur grausamen Delfintreibjagd in Taiji ausgestrahlt.

Ursprünglich wollte sich ein Fernsehteam mit Ric O’Barry am 18. Januar 2016 in Taiji treffen, um dort der Frage nachzugehen, warum die weltweite Kritik gegen das Abschlachten der Delfine in Japan verhallt. Doch zu diesem Treffen kam es nicht (siehe oben).

Das Töten geht weiter

Das Töten von bis zu sieben Delfinarten geht unbeachtet allen Protestes weiter. So wurden einen Tag vor Ric O’Barrys Festnahme fünf Rundkopfdelfine in die Todesbucht getrieben und dort umgebracht.

Springender Rundkopfdelfin (Foto: Roland Edler)

Springender Rundkopfdelfin (Foto: Roland Edler)

Und auch in den letzten Tagen dokumentierten vor Ort Beobachter aus aller Welt, die sich Ric O’Barrys Organisation Dolphin Project angeschlossen haben, weitere Tötungen von Rundkopfdelfinen.

Am 14. Januar wurden – laut Datenbank CetaBase – 50 Streifendelfine (auch Blau-Weiße-Delfine genannt) das Opfer einiger weniger Fischer, die immer zwischen September und März einer in Japan legalen Jagd auf Delfine nachgehen.

Die meisten der Tiere werden getötet, ihr Fleisch wird auf Märkten und in Supermärkten verkauft, einige wenige Lebendfänge landen in – vor allem asiatischen – Aquarien (China ist einer der größten Abnehmer für Delfine aus Taiji) und einige der stark traumatisierten Tiere werden wieder freigelassen.

Meeresakrobaten protestieren seit vielen Jahren

Schon viele Jahre lang schließen sich die Meeresakrobaten den Protesten gegen die Delfin-Treibjagd in Taiji an.

Siehe hierzu auch die Sonderseite SOS Japan. Jeder Delfin-Freund kann aktiv werden! Wichtig ist jedoch, bei Protestschreiben an die verantwortlichen Institutionen immer den Ton zu wahren. Hass-Botschaften lassen die Delfin-Jäger nur enger zusammenrücken und beenden die in Japan als Tradition eingestufte Jagd auf Delfine keineswegs. An wen man sich wenden kann, erfahrt ihr auf der SOS-Seite.

Eine Schule Streifendelfine (Foto: Rüdiger Hengl)

Eine Schule Streifendelfine (Foto: Rüdiger Hengl)

Auch Zoos verabscheuen die Delfin-Treibjagd

Auch die beiden Zoos in Nürnberg und Duisburg verabscheuen die Delfin-Treibjagd aufs Äußerste. In beiden Einrichtungen wird die atlantische Art der Großen Tümmler gehalten, die in den Gewässern von Taiji nicht vorkommt. Dort wird die pazifische Art gejagt und getötet.

In den Vorstellungen der beiden deutschen Delfinarien wird immer wieder auf die Bedrohungen der Delfine hingewiesen, um die Zoo-Besucher sensibel zu machen für die Grausamkeiten, die den wild lebenden Delfinen angetan werden. (Dazu gehören übrigens neben der direkten Jagd auf Delfine auch das indirekte Töten als Beifang in Fischernetzen und viele mensch-gemachten Einflüsse mehr.)

Der Zoo Duisburg hat vor einigen Jahren 116.000 Unterschriften gegen die Delfin-Treibjagd gesammelt und 2012 eine Petition an den Staatssekretär des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), Herrn Dr. Robert Kloos übergeben. Kloos hatte damals die Petition an die Internationale Walfangkommission (IWC) weitergeleitet.

Bei der IWC wird schon lange darum gekämpft, dass auch Delfine und andere Kleinwale unter den Schutz der Kommission gestellt werden sollen. Es gibt bereits etliche Arbeitsgruppen, die sich dieses Themas angenommen haben.

Erfolg durch Eingreifen der WAZA

Als konkreten ersten Erfolg kann man das Eingreifen des Weltzooverbands (WAZA) werten. Mehr dazu unter Schon bald keine Lebendfänge mehr aus Taiji?.

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