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Island 2019: Statt Wale Seegurken


Statt Wale sollen in Island in diesem Jahr Seegurken gefangen werden.

Finnwale
(Foto: Rüdiger Hengl)

Verheißungsvoller Anfang

Erstmals nach 17 Jahren setzt Island den Walfang komplett aus. Das wird zwar keine Entscheidung auf Dauer sein, doch es ist ein verheißungsvoller Anfang für die Beendigung des Walfangs.

Gunnar Bergmann Jonsson, Geschäftsführer des Unternehmens IP Utgerd, das sich auf den Fang von Zergwalen spezialisiert hat, beklagt, dass man wegen der Ausweitung einer Fangverbotszone vor der Küste viel zu weit hinaus aufs Meer fahren müsste, um Wale zu jagen. Dies würde sich nicht rechnen. Sein Fangziel für diese Saison sind daher Seegurken.

Export nach Japan ist schwierig

Hvalur, das Unternehmen, das Jagd auf Finnwale macht, lässt die Explosivharpunen in diesem Jahr ebenfalls ruhen. Der Export von Walfleisch nach Japan wäre schwieriger geworden, lautet hier der Grund.

2018 wurden noch 145 Finnwale und sechs Zwergwale erlegt. Bis zum Jahr 2023 dürfen in Island jährlich 209 Finnwale und 217 Zwergwale getötet werden. So lauten die Fangquoten, die von den Behörden veröffentlicht wurden.

2002 fuhren die Schiffe – genauso wie in der aktuellen Saison – nicht aus. 2012 und 2016 verzichtete Island auf die Jagd auf Finnwale.

Qualvoller Tod

Wie qualvoll der Tod durch Explosivharpunen sein kann, haben wir am 17. April 2019 auch vom Wal-Experten Jan Herrmann erfahren. Er machte in seinem Vortrag „Walfang – Hintergründe und Einordnungen im Tier- und Artenschutz“ anlässlich der Schweinswaltage in Wilhelmshaven deutlich, dass die Tötungsweise oft nicht mit dem Tierschutzgedanken vereinbar sei. Die Wale wären oftmals einem minuten-, manchmal sogar einem stundenlangen Sterbeprozess ausgesetzt, wenn sie mit Explosivharpunen getötet würden.
(Quellen: tagesschau.de und Meeresakrobaten-Beiträge)

Lesetipps

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2 Kommentare

  1. Eine Meldung, die mich mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurücklässt.
    Toll für die Wale in Island, weil sie zumindest dieses Jahr eine Schonzeit haben.
    Schlecht aber für die Seegurken. Klar, die Tiere sind in unseren Augen recht unspektakulär, bei Weitem nicht so beliebt wie die Wale und haben kaum jemanden, der sich für ihren Schutz einsetzt.
    Dennoch erfüllen sie eine wichtige Aufgabe im Ökosystem der Meere und gelten als „Müllabfuhr“ und „Recyclingstation“ in Einem.
    Man sollte es mit der Entnahme dieser Lebewesen aus den Meeren nicht übertreiben:
    https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/chinas-feinschmecker-dezimieren-seegurken-weltweit-a-1024000.html

    geschrieben von Oliver
    1. Ein wichtiger Aspekt, Oliver. Vielen Dank für die Ergänzung!

      geschrieben von Susanne

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