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Wal-Experte erklärt die Strandungen


Günther Behrmann ist ein international anerkannter Wal-Experte und Tierpräparator, der sich bereits seit mehreren Jahrzehnten mit den wunderbaren Meeressäugern befasst.

Der Zeitzeuge Günther Behrmann (Foto: Frank Blache)

Der Zeitzeuge Günther Behrmann (Foto: Frank Blache)

Seit 2004 ist Günther auch Berater und Freund der Meeresakrobaten. Zusammen mit ihm entstand die Rubrik Anatomie der Delfine.

Auch wenn der Wal-Forscher schon länger im Ruhestand ist, wird er immer wieder gerne gehört, wenn es um Strandungen oder andere Besonderheiten zum Thema Wale und Delfine geht.

Interview im Fernsehen

In Radio Bremen gab Günther vor kurzem ein Interview zu den im Januar gestrandeten zwölf Pottwalen.

Seiner Gesprächspartnerin erzählte er, dass es auch schon in vergangenen Zeiten Massenstrandungen von Pottwalen in der Nordsee gegeben hat. Er erinnerte an die etwa 20 Tiere, die 1996 vor der dänischen Küste gefunden wurden.

Laut Günther werden wir in Zukunft mit derartigen Vorkommnissen noch öfter konfrontiert werden, da die Waljagd schon lange eingestellt wurde und es mittlerweile wieder sehr viele Pottwale gibt.

Eine Bestandsgefährdung der nordischen Population ist laut Günther deshalb auch nicht zu befürchten.

Wie in einer Windmühle

In gewohnt anschaulicher Weise erzählte Günther im Interview, dass die Wale sich wahrscheinlich an der Südküste Norwegens den Bauch vollgeschlagen hätten und dann vom Ostseestrom, der bis in die Nordsee wirkt, verwirrt worden wären.

Im südlichen Bereich der Nordsee wären sie dann wegen der Ebbe- und Flut-Bewegungen wie von Windmühlen hin und her getrieben worden. Da sie es gewohnt sind, gegen den Strom zu schwimmen – sie schwimmen normalerweise vom Nordmeer gegen den Golfstrom Richtung Mittelatlantische Inseln oder in die Karibik, sind sie schließlich in der unruhigen Nordsee gestrandet.

80 gestrandete Pottwale in 25 Jahren

Zählt man die zwölf Pottwale dazu, sind nach Angaben des zuständigen Landesamtes in Schleswig-Holstein seit 1990 insgesamt 80 Pottwale an den Küsten Dänemarks, Deutschlands und der Niederlande gefunden worden.

In aller Regel trifft es Jungbullen, die auf ihrer Wanderung durch den Nordatlantik zwischen November und März vom Kurs abkommen.

Günther erinnert sich noch sehr gut an den großen Pottwal, der am 21. November 1984 aus der Wesermündung gezogen wurde. Er war bei der Zerlegung des 57 Tonnen schweren und 18 Meter langen Riesen dabei.

Mittlerweile wurden weitere Pottwale gefunden

Nach dem Fund der zwölf Pottwale wurden noch weitere tote Jungbullen an der Nordseeküste entdeckt. Die letzte Meldung stammt von gestern. Im Wattenmeer – etwa fünf Kilometer von Friedrichskoog entfernt – waren acht Pottwale gestrandet. Damit stieg die Anzahl der gestrandeten Pottwale auf 24.

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