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Ein Pottwal vor der Haustür


„Schon lange wünschten sich Forscher einen Wal für ihr Museum, doch ein Ankauf aus Japan wäre viel zu teuer. Wie gut, dass ihnen einer quasi vor die Haustür schwamm.“

Aktuelle Aufnahme vom April 2019: Günther Behrmann am Pottwalskelett im Besucherzentrum Wattenmeer
(Foto: Rüdiger Hengl)

Mit den oben zitierten Worten beginnt ein Artikel im Regionalmagazin buten un binnen vom 21. November 2019.

Gewidmet ist er nicht nur einem toten Pottwal, der vor 35 Jahren in der Weser bei Bremerhaven geborgen wurde, sondern auch dessen Präparator Günther Behrmann.

Lange Geschichte

Das Skelett des Wals hängt heute im Schiffahrtsmuseum in Bremerhaven. Doch bis es soweit war, vergingen viele Jahre.

Am 20. November 1984 wurde der tote Pottwal in der Weser entdeckt. Mit 17,30 Metern war er ein richtiger Koloss. Geschätzt wurde sein Gewicht auf 57 Tonnen.

Beim Auszählen der Zahn-Jahresringe kamen Experten auf ein Alter von 27 Jahren.

Warum der Wal sich nach Bremerhaven verirrt hat, weiß man nicht.

Spendables Publikum

Obwohl die Zerlegung des Wals mit einem penetranten Gestank einherging, ließen es sich viele Tausend Schaulustige (an einem Tag waren es 9.000) nicht nehmen, Behrmann und seinen Helfern bei ihrer Arbeit zuzusehen. Und sie waren nicht knauserig: Weil der Stadt Bremerhaven für die Reinigung des Hafens und der Kaje sowie für das Heißwasser zum Auskochen der Knochen das Geld fehlte, spendete das Publikum 30.000 D-Mark.

Nach einem halben Jahr ist Präparation abgeschlossen

Im Mai 1985 waren alle Knochen so weit präpariert, dass sie hätten ausgestellt werden können. Doch ins Nordseemuseum, dessen Leiter Günther Behrmann damals war, passten die Teile nicht.

Erst 14 Jahre später gelang es Behrmann, das Skelett im neuen Anbau des Schiffahrtsmuseums aufzuhängen, wo es auch heute noch zu bewundern ist.
(Quelle: buten un binnen)

Walmuseum auf den Malediven

Günther Behrmann hat sich über viele Jahrzehnte einen Namen als Präparator gemacht. Sogar nach Kuramathi in den Indischen Ozean hat es ihn verschlagen, als es darum ging, dort ein Pottwalskelett für ein Walmuseum zu präparieren.

Der Wal-Papst

Günther Behrmann, der von manchen auch respektvoll „der Wal-Papst“ genannt wird, ist übrigens Berater der MEERESAKROBATEN und Co-Autor etlicher Anatomie-Beiträge auf dieser Website.

Ich hatte den Wal-Experten in den 1990er-Jahren – im Rahmen mehrerer Schweinswal-Praktika – auf Sylt kennengelernt. Bis heute verbindet uns eine schöne Freundschaft.

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